deadly.Hyena
So Leute.. Diese Geschichte habe ich in einem anderem Forum gefunden. Es ist eine selbsterlebte Story die der Schreiber niedergebracht hat. Ich finde sie einfach Irre witzig und wollte das ihr daran teilhabt
Ich hoffe sie gefällt euch. Sie ist lang, aber es lohnt sich!!
Ich hoffe sie gefällt euch. Sie ist lang, aber es lohnt sich!!| Zitat: |
Hey Ho Freunde der ewig benebelten Sinne, ich bin noch nicht allzu lange hier, habe mir aber gerade überlegt hier eine meiner für mich beeindruckensten Drug-Storys zum Besten zu geben. Das ganze ist schon ein wenig länger her, aber ich erinnere mich als wäre es gestern gewesen, zumal ich sogar eine zweistündige Videoaufnahme dieses 'Weed-Trips' besitze. Mittlerweile habe ich das 21. Lebensjahr erreicht und der Canabiskonsum ist mittlerweile so gängig, dass Situationen und Geschehenisse, wie an diesem besagten abend, nicht mehr möglich sind. Vorwort: Es ist Sommer. Sommer, 2002. Ich bin 18. Ich gehe auf eine Hochschule und obwohl ich größtenteils den wiederlich, ekligen Fesseln der Pubertät entsprungen bin kotzt mich mein Beruf als Schüler extrem an, was mich zu dem Schluss bringt den Großteil meiner Schulzeit zu Hause, in meinem Bett, vor dem TV und der Playstation zu verbringen. Verpassen werde ich aber definitiv nichts, da ich ein Mensch bin, der keine Niederlage akzeptiert. Ich werde nur 60% der Schulzeit anwesend sein, aber ich werde mein Abitur schaffen. Ich habe ein recht gutes Verhältnis zu meinen Eltern, ein (leider) eher schlechtes Verhältnis zu meinen jüngeren Geschwistern. Ich bin ein friedlicher, vernünftiger und humorvoller Typ. Selbstbewusst, lustig, größtenteils beliebt und gern gesehen. Mein Freundeskreis besteht aus insgesamt 4 Leuten. Heinrich: 19 Jahre alt. Ein exzentrischer Typ. Dickköpfig. Ungewollt humoristisch in seinem Auftreten, da er so trocken rüberkommt, dass selbst die ernstgemeintesten Sachen seine Mitmenschen zum Lachen veranlassen. Berufswunsch: Polizist. Trotzdem Hardcorkiffer... mit Prinzipien. Tim: 19 Jahre auf'm Kasten. Klein, dick, sehr selbstbewusst. Macht was er will, wann er will und kommt damit ganz gut durch. Arbeitet auf'm Bau und kommt insgesamt als gefestigter Charakter auch so rüber. Nicht auf den ersten Blick erkennbar: SEHR humorvoll und sehr anpassungsfähig. Robbin: 17 Jahre alt. Groß, dick. Selbstherrlich, selbstbewusst, selbstgefällig teilweise komplett unbegründet arrogant und sehr "Ich"-bezogen, jedoch kein Egoist. Sehr lustiger Typ. Wer ihn nicht kennt hasst ihn, da sein Äußeres in keinster Weise zu seinem Verhalten passt. Er gibt keinen fuck auf das was Leute von ihm denken und lässt das auch jeden wissen. TiLL: Der Krasse. Das Wiesel. Der Gnom. Der Analphabet. Der Typ is genau das, wofür Gott sich schämen würde, würde es einen geben. Ich zweifele an an der Existenz Gottes, seitdem ich Till kenne. Er ist ca. 1,60cm groß, 23 Jahre alt, dürr, irgendwie leicht deformiert in seiner Gestalt. Sein Kopf ist viel zu groß für seinen Körper. Er ist Analphabet und doof. "Wie, doof?" Fragt ihr euch. Naja, doof. Doof in jeder Hinsicht, die das Wort "Doof" bietet. Er ist blöd. Dennoch weiß er was er will. Er arbeitet offiziell in einer Einrichtung, die geistig und körperlich behindetet beschäftigen soll. Nicht etwa als Betreuer oder dergleichen. Nein, als "Beschäftigter". Till ist eine Granate. Tills Eltern sind wohlhabend, reich, haben Geld wie Scheiße und 'nen riesiges Haus. Wie das bei Anwälten halt so aussieht. Till hat in diesem Haus seine eigene Wohung. Seine Eltern mögen ihn nicht. Sie können ihn nicht leiden, wahrscheinlich weil er durch seine leicht behinderte Ader dem Ansehen der gesamten Familie schadet. Till bringt zum Beispiel sprüche, wie (und das im vollen Ernst) "Hier, wenn ich deine Schwester heiraten würde... ähm, nee, ich mein, wenn ich jetz deinen Bruder... ach nee, warte ma, wenn ich deine Schwester heirate, sind wir zwei dann Brüder?" - "Nein Till..." - "Ach, äh, ich meinte Geschwister" - "Nein Till, das auch nicht". Till ist also ein kleines Geschenk Gottes, welches dir viele amüsante Stunden bescheren kann, wenn du nett zu ihm bist. Wir wohnen alle noch zu Hause. Unsere Eltern sind nicht von der Sorte "Scheiß drauf was mein Sohn macht, interessiert mich nicht.". Unsere Eltern sind gute Eltern. Sie informieren sich über uns, sie wollen wissen wo wir sind, was wir machen. Wir haben sämtliche Freiheiten, die ein 18-jähriger so hat, also alle, da unsere Eltern wissen, dass wir prinzipiell anständige Jungs sind. Das heißt allerdings, dass wir uns eben nicht zu Hause ins Zimmer chillen und Joints ziehen können. Ein Ding der Unmöglichkeit. So eine Aktion würde wahrscheinlich den sofortigen Rausschmiss zur Folge haben. Also brauchen wir eine Bude, wo wir smoken können. Aha, hallo Till. Wir gehen jedes 3. Wochenende zu Till um zu kiffen. Noch kiffen wir alle nicht oft und wenn, dann nur sehr wenig. Wir kiffen.... er säuft. Till ist schon halber Alkoholiker. Es ist ein Freitag im Juli, mitten im Sommer. Ein schöner Tag, nicht zu heiß, genau richtig. Normalerweise würde ich gerade von der Schule nach Hause kommen. Aber ich bin schon zu Hause. Ich hielt es einmal mehr für unnötig meine beschissene Klasse und meinen noch beschisseneren Lehrer zu sehen. Es ist 14:00 Uhr und mein Telefon klingelt. Wer wagt es mich um 14:00 Uhr zu wecken? "Peace, was geht so?" - "Mmh, alles cool, wer isn da?" - "Ey Mann, hier is Mike (Dealer vom Dienst), pass auf, haste Bock auf was richtig leckeres?" - "Achso, hallo Mike, was is?" - "Ob du Bock auf was leckeres hast, ich halt hier gerade pures Gold in der Hand und war so freundlich an dich zu denken du Spast, also komm jetz ma kurz klar und komm hier her" - "Fuck, ja, alles klar, bin gleich da.". Ich mach mich auf'n Weg und bin noch total im Arsch. Kennt ihr das? Man hat dieses Gefühl dreckig zu sein. Draußen scheint die Sonne, alle tänzeln fröhlich die Straße entlang, alle sehen so frisch aus, so gut gelaunt und du läufst unsicher und wackelig, wie ein Zombie. Deine Augen sind zwei kleine blinzelnde Schlitze, weil sie sich noch nicht an das Licht gewöhnt haben. Ungewaschen, verschlafen und mit einem leicht pelzigen Geschmack im Mund sitze ich im Bus und frage mich was Mike wohl tolles für mich hat. Ist es Gras? Wär schon toll, zumal wir ja nicht allzu oft rauchen und da am Wochenende eh noch nix geht wäre das doch mal echt was feines. Der Weg hätte sich gelohnt. Ist es vielleicht die Prüfung für die Matheklausur? Wär fast noch besser. Oder hat er einfach nur 'n krasses neues Album oder 'nen neuen Film? Wäre es eines der beiden Sachen würde ich ihm wahrscheinlich sofort die Faust ins Gesicht hauen und wortlos den Heimweg einschlagen und in mein Bett zurückkehren. Ich stehe vor Mikes Haustür. Ich will klingeln als plötzlich die Tür auffliegt und 3 (super heiße) Mädels rauskommen. Sie mustern mich kurz, gucken sich an und fangen an zu lachen. "Ja, ganz klasse, fickt euch ihr n*tten", denk ich mir und hoffe das Gelächter war nur 'ne Reaktion auf mein verpenntes, verranztes Äußeres. Ich geh rein und begrüße Mike. "Yo Mike, was geht" - "ÖÖÖÖÖY, DENNIS!" - "Boah, schrei nich so, was warn denn das für behinderte Frauen die mir da grad entgegengejumped sind?" - "Ach, das warn....". Unwichtig. Ich frage ihn was SOOO toll is, dass er mich ausm Bett holen müsse. Er greift kurz unter sein Bett und holt eine riesige Plastiktüte hervor. "Isses das was ich glaube?", frag ich. "Nee, ganz sicher nich!", sacht er. Ich gucke noch skeptischer als vorher und warte geduldig. Er macht allerdings keine Anstalten die fucking Tüte zu öffnen, sondern grinst mich so behindert an, dass ich fast sauer werde. "Jetzt mach die scheiß Tüte auf oder sag mir was da drin is, sonst raste ich gleich aus hier. Ich bin vor 25 Minuten aufgestanden, mach nich son Scheiß mit mir". Seine euphorisch gut gelaunte Grins-Visage verzieht sich etwas, als sei er beleidigt dass ich ihm seinen heldenhaften Auftritt nich gönne. "Is gut mann, sei nich immer so'n Spielverderber, du wirst mir gleich die Füße küssen." - "Das bezweifel ich.". Er macht die Tüte auf und es fängt sofort an zu stinken. Ja, stinken. Ein Gestank, das hab ich noch nich erlebt. Es hat richtig übel gestunken! Kein angenehm fremdartiger Geruch, sondern richtig penetranter Gestank. Beißend, irgendwie fast schon schimmelig. "Hast du dein tolles 'Gold' geschissen oder was?"... Er lacht. "Hier, schnupper ma dran.". Ich nehm die Tüte und nehm 'nen tiefen Zug. Ich glaub ich hatte vorher nie weed in der Hand gehabt dass so intensiv gerochen/gestunken hat. Er holt ne dicke, fette Blüte aus der Tüte und als ob der Geruch nich schon krass genug gewesen wär, is das zeuch auch noch blau-rötlich. Für mich war klar, dass ich davon auf jeden Fall was einpacke. SOWAS mal parat zu haben is nie verkehrt. Ich sag also "Ja, schicke Sache, dann mach mir doch mal was für'n Zwanni ab.". Er guckt mich an und sagt "Fick dich. Unter 50 geht nix.". Toll, so viel Geld habe ich nicht dabei. Was mache ich jetz? Genau, ich werd sauer. "Du bist doch'n Affe, echt. Klingelst mich ausm bett, holst mich hier her und sagst mir dann dass ich unter 50 nix kriege. Du bist vielleicht'n Spast. Was soll ich denn mit weed für 50€ anfangen? Das kiff ich doch in 3 Jahren nich weg! Für 20€ wird mir schon für mehrer Wochen reichen, das weißt du". Naja, alles half nix. Ich also zur Bank nebenan, nen Fuffi abgehoben und mich überreden lassen für 70€ einzukaufen. Ich bin verrückt. Total verrückt. Was hab ich mir dabei gedacht? Ich trete geteilter Meinung, mit gemischten Gefühlen den Heimweg an. "YESS, krass viel, leckeres, weed ///\\\ scheiße alter, 70€ ausgegeben, ich hab viel zu viel weed!". Ich komme nach Hause, mit diesem STINKENDEM Zeug. Ich packs weg und gehe duschen. 17:00 Uhr, mein Telefon klingelt. "Dennis?" - "Ja? Wer isn das?" - "Hier is Dennis" - "Was? HIER is Dennis, bist du das Till?" - "Äh, ja, genau, hier is Till, Dennis?" - "JAAAAHAAA, was gibts denn?" - "Ja nix, ich wollt nur fragen ob ihr nich kommen wollt!?" - "Jo, Till, weiß nich, was sagen denn deine Eltern dazu?" - "Ach, scheiß doch drauf, wenn ich nich wieder 10 mal hochrennen muss um euch was zu fressen zu holen dann passt das" - "Ja gut, ich ruf ma die anderen an, ich sag dir dann bescheid." - "Alles klar, dann bis später". Ich ruf die anderen Pappnasen an und erzähle von meiner fetten Beute und Tills lustigem Anruf. Es ist nun fast schon 4 Wochen her das wir was geraucht haben und sind deshalb echt heiß drauf. Mein Vorschlag uns Videos zu leihen, ne Pizza zu bestellen, im Edeka noch Schnucke und Coke zu organsieren und bei Till die ganze Nacht durch zu smoken trifft bei meinen Kollegen also auf absolute Begeisterung. Damit fängt der einer der durchsten abenden in meinem Leben an. Wir (Tim, Heinrich, Robbin & ich) treffen uns also am Edeka. Es ist ca. 18:00 Uhr, es wird milder draußen, dennoch herrlich warm. Fast angenehmer als die penetrante Hitze am Mittag. Heinrich will plötzlich das weed sehen. "Lass uns doch erstma was einkaufen gehen, kannst es dir doch dann bei Till angucken." - "Ey komm, nur ma kurz angucken, mach doch nich so komisch. Wir gehen einfach dahinten im Park kurz auf die Wiese und ich gucks mir an. Du meintest doch das wär voll krass!?". Alles klar. Bis 19:30 hat das Ding offen, also is noch Zeit. Wir marschieren in den Park und setzen uns auf die Wiese. Ich hol 'ne kleine Blüte aus dem Druggy-Bag und geb sie Heinrich. Er inspiziert diese aufs genauste und kommt schließlich zu dem Schluss "Vom allerfeinsten" - (Tim) "Woher willst DU denn das wissen?" - "Ich kenn mich aus..." - "Haha, ja sicher.". Heinrich will sofort einen bauen ("Ich mach nur minimal rein, um's anzutesten") und ich lasse ihn, fest in dem Glauben er will den erst bei Till hitten. Falsch gedacht. Wir stehen auf und Heinrich lightet den J. Ich hab keinen Bock auf Stress und lass mir das Gefallen. Warum nich!? Er ist begeistert vom Geschmack und is nach 3 tiefen Zügen sichtlich bedient. Er reicht mir den Sticky und nehm einen tiefen Zug. Das erste was mir auffiel war dieser absolut krasse Geschmack, den ich schon über meine lippen wahrnehmen konnte, als ich den Tip in den Mund nahm. Der Tip war schon nach den 3 Zügen von Heinrich so verharzt, unfassbar. Kein Druck in der Lunge, absolut angenehm, beim ausatmen entfaltete sich der herrliche Geschmack dieses Weeds erst richtig. ich gucke in den blauen Himmel und bin mir sicher 'Sowas hab ich noch nich geraucht'. Ich nehme einen weiteren Zug... und noch einen. Noch einen letzten, dann sehe ich schon wie Tim und Robbin nervös rüberschauen, so nach dem Motto 'na, hoffentlich bleibt für uns auch noch was'. Ich passe den J. und und mache kurz die Augen zu, während wir über die Wiese zum Edeka spazieren. Während meine Augen geschlossen sind kann ich nur noch dumpf die Geräusche meiner Umgebung wahrnehmen... ich höre Robbin noch sagen "AlTeR hAuT DaS ZeUg ReIn", irgendwie total dumpf und verschwommen. Ich mache die Augen auf und sehe dass wir von der Wiese runter, auf dem Kiesweg unmittelbar vor dem Edeka stehen. Irgendwie will ich mir nicht recht zutrauen jetzt einzukaufen. Scheiß drauf. Wir entern diesen riesigen, seltsamen Komplex voller riesiger, seltsamer Menschen. Kaum drin frage ich sofort "Sind wir vollzählig?" woraufhin Robbin, Tim und heinrich einen Lachflash schieben. "Wie son scheiß Lehrer auf ner Klassenfahrt! HAHAHAHA". Die hören garnicht mehr auf. Ich konnte in dem Moment nichts lustiges daran finden. Ich wollte das alles glatt läuft und das wir so schnell wie möglich aus dieser gelben Edeka Hölle rauskommen. Ich laufe jeden Gang des Ladens ab und suche nach Waffeln. "Waffeln, Waffeln... wer is das? Kenn ich den Typ nich? Kennt der mich? Warum guckt der so? Hat der da gerade was in das Eisfach gelegt? Was hatn der da reingelegt?" Ich laufe zum Eisfach. Ich mach die Schiebetür auf und durchforste die Kühltrue nach einem evtl. dreckigen Geheimnis. Ich finde nichts. Ich drehe mich einmal im Kreis und sehe keinen meiner Begleiter. Ich kriege es mit der Angst zutun und schreie "ROBBIN!... ROBBIN!..... TIIM?..." von irgendwo kam ein "Ja?". Ich schreie wieder "TIM? WO SEID IHR DENN?". "HIER!", tönt es von irgendwo her. Ich schreie wieder. "WO DENN? KOMMT MA HIER HER! ICH BIN AM EISFACH! HIER HAT EINER WAS REINGELEGT!". Nach und nach trotten meine Leute an und ich muss mich wundern, wie übertrieben zugedichtet Heinrich aussieht. Heinrich hat währenddessen eine Chipstüte aufgemacht und angefangen zu essen. Im Laden. "Wer hat wo was reingemacht?" - "Vergiss es. Habt ihr alles?" - "Wir sind doch grad erst gekommen, ich brauch noch was zu saufen, warte ma". Plötzlich stehe ich wieder alleine da. Ich laufe die Gänge ab. ich stehe an der Käsetheke und schreie erneut nach meinen Freunden. Ich werde von 2 Edeka-mitarbeitern aufgefordert leiser zu sein oder das Geschäft zu verlassen. Meine Antwort "Ich hab meine Freunde verloren, wir hatten noch so viel vor.". Daraufhin habe ich mit einem Stück Gauda-Käse den Laden verlassen. Den Gaudakäse hatte ich zuvor gekauft, warum weiß der Teufel. Ich weiß es wirklich nicht. Ich wollte Waffeln, Cola, Gummibärchen und eine Tafel Milka. Verlassen habe ich den Laden mit einem Stück Gauda-käse. Draußen erwartet mich Heinrich. Er hat Hausverbot und wurde rausgeschmissen weil er eine Tüte Chips, eine Packung Eiscreme und eine Cola im Laden öffnete ohne sie vorher bezahlt zu haben. Außerdem hat er sich mehrere Minuten kaputtgelacht, als sich der Geschäftsführer bei dem Satz "...sonst hole ich die Polizei" versprochen hatte und stattdessen sagte "...sonst hole ich die Bolizei". Die anderen beiden waren offensichtlich erfolgreicher und kommen uns mit zwei vollen Edekatüten entgegen. Mission Complete. Wir treten also den Weg zu Till an. --------------------------------------------------------------------------- -------------/// reloaded Teil 2 Ich laufe neben Heinrich. Irgendwie isses schon komisch. Wenn man selbst saudicht ist, dann sucht man sich jemanden der ungefähr genauso dicht, im besten Falle noch viel dichter ist. Vor uns laufen Tim und Robbin und unterhalten sich über fragwürdige Vorgehensweisen der Sonderkommandos bei Geiselnahmen. Heinrich und ich reden nicht. Wir genießen das absolute high das wir gerade erleben und er wundert sich höchstwahrscheinlich genauso wie ich über die extrem starke Wirkung bei dem Mischverhältnis. Ich höre meinen Vordermännern eigentlich nicht zu, ich frage mich innerlich ständig wo mein Stück Käse hin ist. Habe ich es gegessen? Ich schnalze mit der Zunge um im besten Falle Überreste eines Käsegeschmacks herauszufiltern und somit meine Frage zu beantworten. Fuck. Neutral. Kein Käsegeschmack. Hab ich ihn weggeschmissen? Nein, würde ich nich machen. Eher würde ich ihn einpacken und aufheben, selbst wenn ich mir sicher bin dass ich ihn nicht essen will. Vielleicht ist er mir runtergefallen!? ich drehe mich beim Gehen mehrere male nach hinten um und taste mit den Augen die abgelaufene Strecke nach einem Stück Gauda ab - ohne Erfolg. "Hast du meinen scheiß Käse gesehen?", frag ich Heinrich. Heinrich habe ich seit seinem Fressflash im Edeka nicht mehr sprechen hören. Er setzt eine nachdenkliche Mine auf und antwortet "pffff.. öhm... nee." - "Aber du hast gesehen dass ich ihn in der Hand hatte, ne?" - "Scheiß doch auf den Käse...". Damit hat Heinrich es auf den Punkt gebracht. Ich scheiße drauf. Die Stimmen vor mir werden lauter, irgendwie scheint sich die Diskussion zu einer kleinen Meinungsverschiedenheit zu entwickeln. Ist ja immer dasselbe. Erst fängt man an sich über ein Thema gemeinsamen Interesses zu unterhalten. Man tauscht sich aus, gewinnt evtl. neue Ansichten und Blickpunkte und lässt sich Denkanstöße geben. Das geht eine Zeitlang gut, bis es um eine Grundsatz Angelegenheit geht. Robbin wirkt leicht sauer, hört Tims Ausführungen aber geduldig zu. Es ist ihm anzusehen dass er aber eigentlich nur darauf wartet endlich seine Argumente straight in Richtung Tim zu schießen. Hinzu kommt, dass Robbin scheiße breit is und deswegen Blut und Wasser schwitzt nur um an seinem Gedanken festhalten zu können. Wahrscheinlich würde er gerade viel lieber Creutzfeld & Jakob hören, als Tim's Theorie über die perfekte Geiselnahme. Tim redet und redet... redet, redet... redet immernoch... hört garnicht mehr auf zu reden. "........ verstehst du was ich meine? Du KANNST als Bulle nich einfach 'ne Geisel erschießen! Auch wenn du damit die anderen 100 Geiseln rettest!". Damit hat Tim wohl recht. Völlig unerwartet hör ich Heinrich neben mir in gewohnt trockenem Tonfall nuscheln "Wer einen Kuchen backen will, muss ein paar Eier zerschlagen". Damit war die komplette Diskussion beendet. Von Tim kommt noch ein leises "Scheiße is der Typ kompromisslos...", woraufhin Heinrich nur kurz mit den Schultern zuckt. Keiner von uns redet mehr, seit ca. 10 Minuten. Wir stapfen schweren Schrittes die Straße entlang, alle mit dem gleichen Ziel vor Augen: Tills Wohnung, Joints, TV, Fressen. In diesem Moment hätte ein Gedankenleser seinen Spaß gehabt. Wahrscheinlich sehen wir aus wie heldenhafte Soldaten, die geradewegs aus dem Krieg kommen, erschöpft und ausgelaugt Richtung Heimat wandernd. Dieses sehnsüchtige Glitzern in den Augen... - ja, das haben wir auch. "Hat einer von euch an den 6er-Träger für Till gedacht? Der lässt uns sonst nich rein!", sagt Robbin plötzlich während er sich zu mir und Heinrich nach hinten umdreht. Ein Blick auf unsere leeren Hände war die Antwort die er bekam. "Ach fuck, was habt ihr dadrin eigentlich gemacht wenn ich ma fragen darf?" - "Was gegessen...", anwortet Heinrich. "Käse gekauft... glaub ich", antworte ich ihm. Robbin springt in die nächste Tankstelle und kommt kurz darauf mit dem Schlüssel zu unserem Glück wieder raus. "Was meinstn wie lange wir noch laufen?", fragt Tim. "Pf, kein Plan. Halbe Stunde? Dreiviertelstu", versucht Robbin zu antworten. - "WAS? NÄ! Auf keinsten! Wir nehm uns nen Taxi oder fahrn mit der Bahn, aber DAS mach ich auf keinsten mit", unterbricht ihn Heinrich. Heinrich is nich einer dieser Kiffer die aktiv von dem Zeuch werden. Er wird faul, träge... und wenn er nix zu trinken oder zu essen hat, dann kanns auch passieren dass er leicht aggressiv und miesepetrig wird. Gut, wir wollen Heinrich nicht verärgern und entscheiden uns an der nächsten Haltestelle auf eine Bahn zu warten. Heinrich geht an den Fahrplan. An seinem Gesichtsausdruck kann ich erkennen, dass die nächste Bahn frühstens in 15 Minuten kommt. Ihm kommt eine glorreiche Idee: "Ey Jungs, wir könnten noch einen rauchen bis die Bahn kommt. Die nächste kommt erst in 20 Minuten!... Wir müssen ja nich mehr laufen oder so, wir chillen uns in die Bahn und fahren direkt vor Tills Haustür, was gehtn!? Is doch kein Ding oder? Los...". Ich weiß nicht ob es an Heinrich's Überredungskunst liegt, oder daran, dass wir noch total stoned sind und nicht mehr Gut von Böse unterscheiden können, aber wir finden die Idee total klasse und diesmal ist die Blüte, die ich aus meinem Druggy-Bag zaubere doppelt so groß wie das letzte mal. Heinrich baut, wie immer mit vollem Einsatz und bemerkenswertem Ehrgeiz. Man sollte Heinrich nicht ansprechen wenn er gerade baut. Das ist ungefähr so, als würde man Mozart anschreien, während er komponiert. Der Baumstamm (wie Heinrich ihn spontan taufte) macht die Runde. Heinrich-Ich-Tim-Robbin. Im Gegensatz zum letzten Joint erreicht mich dieser ein zweites mal, was mich etwas skeptisch macht. Ich gucke Heinrich etwas ängstlich an... "Meinst du wir kommen heil an?", frag ich ihn. - "Bomben sind nie gut, merk dir das. Man kann alles wieder rückgängig machen, aber wenn du erstmal ne Bombe gezündet hast, dann is alles vorbei, da geht nix mehr. Fuck, so 'ne richtig dicke Bombe kann echt viel kaputt machen. Da wächst nix mehr." antwortet mir Heinrich völlig ernst. Ich gucke Robbin fragend und hilfesuchend an. Robbin gibt den Blick weiter an Tim. Tim nimmt einen tiefen zug vom "Baumstamm" und sagt "Ey hardcore. Kein Plan was der Typ gerade will...". Lachflash. Die Bahn kommt und wir lachen immernoch. Wir kichern nicht, wir lachen. Wir lachen uns tot. Robbin hat es am schlimmsten erwischt. Er weint vor lachen. Er leidet offensichtlich unter den starken Vibrationen seines Zwerchfells und hält sich schützend den Bauch. Die Türen der Bahn gehen auf und ich springe hinein, rutsche dabei leicht von der Stufe ab und knalle mit dem Knie auf den Boden. Das muss so dermaßen behindert ausgesehen haben, dass es für Robbin nun keine Hoffnung mehr gibt. Heinrich, Tim und ich stehen in der Bahn, halten die Tür auf, für Robbin, der immernoch lachend und weinend zugleich auf dem Hocker der Haltestelle liegt. Die Stimme des Bahnfahrers (tief, kratzig, ruhig) fordert uns durch die Lautsprecher in der Bahn dazu auf von der Tür wegzugehen, damit die Bahn weiterfahren kann. Tim brüllt "ICH REDE NICHT MIT KLEINEN GRAUEN KÄSTCHEN AN DER WAND", womit er wohl die Boxen meint. Der Bahnfahrer findet das nich so lustig und kommt voller Tatendrang aus seinem kleinen Fahrerhäuschen gestolpert. Das Fahrerhäuschen ist so klein, so winzig... als würde ein Zwerg diese Bahn fahren. Aber hinaus kommt ein 2-Meter-Brecher mit Glatze. Ich sage "Tim, der Führer kommt" (Ich meinte natürlich Bahnführer), "... und der is viel zu groß für das kleine scheiß Fahrerhäuschen, fahr dir das ma rein!?", führe ich fort. Tim nimmt die Finger von der Tür, als er den Riesen näherkommen sieht. Diese schließt sich, der Bahnführer dreht wieder um. Wahrscheinlich wollte er sich nicht unnötig einer Unterhaltung mit uns aussetzen. Während die Bahn losfährt sehen wir draußen den sich immernoch totlachenden Robbin immer kleiner werden. Heinrich hat sich zu Anfang einen gemütlichen Platz in der Bahn ausgesucht und ist völlig unbeeindruckt von dem ganzen Irrsinn um ihn rum. Er hat die ganze Zeit über kein Wort gesprochen, bis auf "Robbin du Spast, komm jetz", beim Einsteigen. Ich drifte schon wieder ab, gehe zu sehr ins Detail. Aber ihr müsst wissen, wenn ich die Story erzähle, dann kommts mir immer vor als würde ich den Tag gerade erleben. Das war einer der Tage, wo ich mich an wirklich jedes kleine Detail erinnern kann. Selbst Mimiken und genaue Wortlaute haben sich in mein Hirn eingefräst. Egal, weiter gehts. Ich sitze in der Bahn, alleine auf einem Zweier-Sitz. Hinter mir sitzt Tim, schräg links von mir sitzt Heinrich. Ich weiß nich wie, ich weiß nich wann, aber Heinrich hat es geschafft Robbins Edeka-Tüte zu entwenden und macht sich über den Inhalt her. Er schmatzt und kaut und hört damit garnich mehr auf. Er hat eine Tüte Nachos entdeckt. Dreist fragt er Tim "Is da vielleicht Cheese Dip in der anderen Tüte? Oder Ketch-up oder so?". Tim wird sauer und nimmt Heinrich wortlos die Edeka-Tüte ab. Heinrich lässt sich das gefallen und freut sich über die ihm gebliebene Nachos-Tüte und mampft fröhlich weiter. Ich sitze da auf meinem Platz und schiebe Gedanken. "Wo hat Mike das Zeug eigentlich hergehabt? Hergehabt... hergehabt... hergehabt... hergehabt... Mann, is dasn bescheuertes Wort. Hergehabt... was? Worüber hab ich gerade nachgedacht? Hab ich mit Tim gelabert?". Ich gucke Tim an. Sein Blick verrät mir, dass ich ganz sicher nicht mit ihm geredet habe. "Scheiße mann, was gehtn ab? klarkommen mann... is das daoben ne Fliege oder 'ne Wespe? Scheiße, wenn das ne Wespe is muss ich raus hier. Fuck, was is wenn hier mehr Wespen sind?" Mir kriebbelts im Nacken, am Oberarm und am Rücken. Als ich ein kribbeln auf meiner Kopfhaut, in meinen Haaren spüre reichts mir. Ich springe auf stoße ein kurzes, aber klares "AAAAHHHHRRRH" aus. Ich schüttel mich und streiche mir ca. 20 mal mit den Händen über den Kopf. Ich laufe zum ende des Wagons und suche die Wespe. Wo ist sie? Die Blicke der Leute um mich rum bestätigen mir nur, dass ich mich gerade total bescheuert aufgeführt hab. Heinrich ruft noch "DA GIBT ES NICHTS ZU SEHEN! BITTE BLEIBEN SIE RUHIG! HIER GIBT ES NICHTS ZU SEHEN! DER JUNGE IS NUR STONED! BITTE BERUHIGEN SIE SICH!". Der darauffolgende Lachflash beruhigt mich etwas und ich setze mich wieder auf meinen Platz. Neben mir an der Glasscheibe nimmt die Wespe von eben Platz. Ich springe wieder auf und sehe.... eine verkackte, dicke, widerliche Fliege. "Scheiß auf Fliegen! FUCK FLIEGEN!" rufe ich sauer und setze mich wieder. Ein etwas älterer Herr vor mir dreht sich zu mir um und fügt hinzu "Höhöh, jau, die können manchmal nervig sein. Deswegen hab ich jetzt zu Hause auch Fliegengitter. Kann die Viecher nicht leiden. Kleine Quälgeister sind das. Dazu noch unhygienisch. Nee nee, bei mir kommen die nicht mehr rein.". Normalerweise hätte ich auf diese unerwartete Situation mit ein paar Phrasen und etwas Nonsense smalltalk reagiert, aber das war in diesem Moment zu viel verlangt. "Fuck, wen hast du nich reingelassen? Worum gehts denn bei deinem Problem? Sach nochma.". Ja, ich habe ihn gedutst UND ich habe nach einer Sekunde sofort vergessen worüber er mit mir gesprochen hat. "hahahahahahahahahahahaha, ey jetzt wirds zu hart, das geht nich mehr, dennis, heinrich, los jetz, raus hier. Kein Spaß mehr, ich will jetz hier raus." Tim ist als einzigem von uns aufgefallen dass wir so nicht mehr gessellschaftsfähig sind und so endet unsere Reise mit der Bahn zwei Haltestellen vor unserem Ziel. Wir sitzen an der Haltestelle und warten auf die nächste Bahn, in der hoffentlich Robbin sitzt. "Meinst du der lacht immernoch?" fragt Tim grinsend. "Und wenn er nich gestorben is...", murmelt Heinrich. "Ich bezweifel dass der dichte Sack momentan überhaupt rafft was ne Bahn is...", merke ich an. Ich schließe die Augen und hoffe dass die Bahn bald kommt. Viel mehr hoffe ich dass Robbin drin sitzt... heimlich hoffe ich dass er dabei immernoch lacht. Mann, wär das lustig. Ich werde von Heinrich geweckt. Ich muss wohl eingeschlafen sein. Heinrich fragt mich ob er noch einen bauen darf. Ich muss hart bleiben. Ich muss nein sagen. Ich muss vernünftig sein. Wir haben noch einen ganzen Abend voller 1 Meter langer Monstertüten, riesigen Pizzen und lustigen Filmen vor uns. ich muss ihm sagen dass er sich gedulden soll, immerhin kann es nicht mehr lange dauern. Er muss das akzeptieren. "Los, komm, ich bau einen, wir smoken den gemütlich auf'm Weg zu Silly-Tilli und setzen uns dann schön stoned bei ihm auf die couch... das wär doch was, oder? Und da können wir dann voll dichte gleich noch einen rollen. Yeah, roll it up, light it up, smoke it up, yeaaah, shit! Komm schon mann! Smoke the sticky-icky-icky! Was gehtn!?" - Mit dem Satz "Is gut, hier." gebe ich mich geschlagen und gebe das Druggy-Bag in Heinrich's Ophut. Heinrich waltet seines Amtes und die Bahn fährt ein. - Kein Robbin. Klasse. --------------------------------------------------------------------------- -------------- TEIL 3 „Scheiße, und jetz?“, sacht Tim und wirft mit angezogenen Schultern beide Arme in die Luft. „Kein Plan, vielleicht hatter sichn Taxi genommen oder so…“ – „Ey Dennis, bitte, der Typ war zu breit um inne Bahn zu steigen, du glaubst doch nich dass der Typs gebacken kricht sichn Taxi zu bestellen!?“, entkräftet Heinrich meine Theorie. Gut, wir haben ein Problem. Wir haben Robbin verloren. Robbin verträgt Gras nich so gut. Das war schon immer so. Er kifft wie’n Marley-Klon und nach ein paar Minuten kommt er nich mehr klar. Bei DEM Zeug, dass mir Mike (wohl der Teufel persönlich) vertickt hat sowieso nicht. „Kann vielleicht ma einer Robbin anrufen? Wie wärs denn damit?“ sagt Heinrich genervt. Er hält den fertiggerollten Joint in der Hand und starrt ihn an. Er weiß genau dass er sein göttliches Werk nich entzünden kann bevor das Problem mit Robbin geklärt ist. Ich zücke mein Handy und suche „Robbin“ in meiner Liste. Keine große Sache, einfach scrollen, scrollen, scrollen… irgendwann wird der Name im Handy schon auftauchen. Robbin… Robbin… Robbin… wen suche ich? Was mach ich hier eigentlich gerade? „Was soll ich machen?“ frage ich einfach so in die Runde. „Scheiße Mann, gib hier.“, sacht Tim und reißt mir das Handy aus der Hand. Freizeichen. Es klingelt. Gleich muss sich Robbin melden, ganz sicher. „Hallo?“, sagt eine, zu unserer Verwirrung, weibliche Stimme. „Ja, hallo, wer is’n da? Robbin?“ – „Nein, hier is Robbin’s Mutter. Könnt ihr mir mal sagen was hier los is?“. Tim wirft uns einen ängstlichen Blick zu. Hochgezogene Augenbrauen und sich auf die Lippen beißend. „Nee, wieso? Was soll los sein?“ – „Mein Sohn kam gerade nach Hause und hat mich 10 Minuten lang ausgelacht, dann hat er alle 5 Milchschnitten gegessen die im Kühlschrank waren und hat sich dann in MEINEM Zimmer schlafen gelegt. Habt ihr Drogen genommen?“ Tim muss kurz lachen, fängt sich dann und sagt überraschend seriös und diskret „Nee, auf keinen Fall! Wir waren im Park und plötzlich war Robbin weg, deswegen wollte ich wissen was los is. Vielleicht gings ihm nich gut!?“ – „Ja, vielleicht. Ich sag ihm er soll zurückrufen sobald er aufwacht.“ – „Alles klar. Danke, ne?“ – „Jaja, kein Problem, viel spaß noch“. Tim berichtet uns unter Gelächter von seinem Gespräch mit Robbins Mutter. Alleine die Vorstellung was dieser Junge durchgemacht haben muss ist für uns Anlass genug uns weitere 15 Minuten totzulachen. „4 Kleine Kiffer-Assis waren total high/ der eine hat sich totgelacht, da waren’s nur noch drei…“, singt Heinrich. Heinrich hat so gelacht, dass er für kurze Zeit vergessen hat, dass er eine fertig gerollte Tüte in seiner Hand hält. Als ich ihn kurz daran erinnere holt er sofort ein Feuerzeug aus der Tasche und lässt die Spiele beginnen. Wir stehen auf und entfernen uns langsam aber sicher von der Haltestelle, die für mich schon fast wie ein zweites zu Hause schien. Langsam verlassen wir die Hauptstraße und betreten einen kleinen Trampelpfad durch ein riesiges Feld, welcher uns angeblich direkt zu Till’s Haustür bringen soll. Während wir so langsam, wie ein Mensch wahrscheinlich nur laufen kann, durch das Feld ‚vegetieren’ rauchen wir genüsslich und entspannt unsere dritte Tüte. Nichts besonderes, da wir uns mit der Menge, die wir verbaut haben bisher wirklich zurückgehalten haben. Besonders hingegen ist der Geschmack dieses Zeugs, worüber wir uns nach wirklich jedem Zug unterhalten und uns gegenseitig begeistern. “Wirklich lecker, das Zeug. Respekt Dennis, sowas hab ich noch nich geraucht.“ „Auf jeden, echt lecker, wo hast’n das her?“ „Vom Mike. War scheiße teuer und ich musste auch noch für 70€ einkaufen.“ „WAAAAAS? Du hast von dem Zeug für 70€ was dabei? Von DEM Zeug?“ „Jab.“ „Alter wie krass, das wird der krasseste abend in unserem Leben“, übertreibt Heinrich. Heinrich lässt sich leicht dazu hinreißen zu übertreiben. Wenn ihm jemand ein selbst gezeichnetes Bild zeigt, dann reicht es ihm nicht zu sagen „Ja, sieht gut aus.“, er sagt dann „Scheiße alter, das is das krasseste was ich in meinem ganzen Leben gesehen habe.“. Ob er das allerdings ernst meint, oder ob er sich einen Spaß daraus macht, kann selbst ich ihm, nach jahrelanger Freundschaft, nicht ansehen. Ich tippe allerdings manchmal stark auf letzteres. Der Joint steht kurz vor seinem Tod und von dem Pfad ist noch kein Ende in Sicht. Tim macht einen letzten Zug und schnippst den Joint dann mit dem üblichen Standard Satz „Ich mach’n tot, ne?“ ins Feld links von ihm. TOTAL weggebeamt trotten wir durch’s Feld und wissen nich so recht wie uns geschieht. „Scheiße Mann, jetzt bin ich echt breit. Scheiße. Fuck Mann, so breit war ich aber echt lange nich mehr. Was soll ich denn jetzt machen? Scheiße.“, sagt Tim. Er sieht echt nich gut aus. Irgendwie sieht er aus als hätte er ne Grippe und 40°c Fieber. „Wie, was sollst du machen?“, sagt Heinrich, „…du sollst es genießen du Pappnase“, fügt er hinzu. Aber Tim geht es echt nich gut. Er sagt nichts mehr. Tim läuft hinter uns, mit dem Blick auf den Boden gerichtet. Er haftet an mir als hätte ich ein Bild von einem Brathuhn auf dem Rücken. Nein, als wäre ich das Brathuhn. Ab und zu merke ich, wie er sich an meinem T-Shirt Zipfel festhält, wahrscheinlich um nicht die Orientierung zu verlieren. Heinrich, der schräg links vor mir läuft stammelt irgendwas vor sich her. „Mmnmlllmmhmhl, 4…mlmmmhnnm…. 3…. 5….mmmnmhnmh… 7 ….mmhlmh.. 2“. Er scheint irgendwas zu zählen. Aber was? Was sollte er zählen? Er schaut sich auch gar nicht um, er guckt stur gerade aus. Außerdem, was hätte die Reihenfolge 4, 3, 5, 7, 2 für einen Sinn? Er musste also auch subtrahieren, sonst hätte die Zahl, die er zuletzt stammelte nicht kleiner sein können als die erste. „Heinrich?“ – „Ja?“ – „Was zählstn da?“ – „Wie, was zähle ich?“ – „Ja du zählst doch andauernd irgendwas… was machst du denn da? Du redest doch dauernd!“ – „Laber keinen Scheiß. Ich bin voll breit man, lass mich in Ruhe.“. Daraufhin hab ich 5 Minuten so sehr lachen müssen, dass ich kurz ne Pause brauchte. Die kommt Tim ganz recht. „Danke Dennis, ich schulde dir was“. Nachdem wir da so 15 Minuten auf dem Rücken im Feld liegen und uns mit Mäusespeck aus der Edeka-Tüte voll stopfen, werden wir von einem lauten, aufdringlich dröhnendem Geräusch gestört. Ich bin mir sicher, dass ich mir dieses Geräusch einbilde, aber als Tim sagt „Scheiße, ich glaube jetz kack ich entgültig ab, hörst du was?“ weiß ich dass es grausame Realität is. Ich gucke links neben mich. Wo ist Heinrich? Ist er einfach weitergelaufen? Das würde er nicht machen. Aber gut, er is breit, also gut möglich. Ich stehe auf. Nein, moment, das als aufstehen zu bezeichnen wäre eine Frechheit. Sagen wir so: Ich rolle mich vom Rücken auf den Bauch, stütze mich mit beiden Händen auf dem Boden ab, gehe auf die Knie und schubse mich dann hoch. Trotz Tims Absturz, den er ganz eindeutig hatte, muss er so darüber lachen dass ihm sogar ein Stück Mäusespeck aus dem Rachen fliegt, was mich wieder zum Lachen animiert. Moment, das Geräusch, ganz vergessen! Wo kommt es her? Was verursacht dieses Geräusch? Wo ist Heinrich? Diese Fragen werden mir bei folgendem Anblick auf einen Schlag beantwortet: Heinrich sitzt auf einem kleinen Traktor und fährt damit über das Feld. Sein Gesichtsausdruck sieht nicht wirklich so aus, als hätte er Spaß dabei. Er guckt toternst, als sei er ein genervter Bauer, der gerade seiner täglichen Arbeit nachgeht. „Scheiße Mann, ich glaubs ja nich, TIM! Fahr dir ma rein was der Vollidiot da macht!?“. „Was denn, sags mir doch einfach, kein Bock aufzustehen…“. „Glaub mir, das musst du sehen, es lohnt sich. Steh auf jetz, los“. Tim rafft sich auf, sieht Heinrich auf dem Traktor auf dem Feld seine Runden drehen, legt sich wieder hin und sagt „Der Typ is geisteskrank, das hab ich schon immer gesagt. Der soll sich abreagieren und meinetwegen mit dem Ding nach China fahren, ich will jetzt zu Till auf’s Sofa, sonst kotz ich.“. „HEINRICH! WAS MACHSTN DA?“ rufe ich lachend. Er hört mich nicht. Er sitzt felsenfest auf dem Traktor und fährt hin und her, hin und her, im Kreis, rückwärts, vorwärts und das alles mit einer Ernsthaftigkeit die ihresgleichen sucht. Langsam fange ich mich an zu fragen wo er das Ding her hat, wo er den Schlüssel für den Krachmacher her hat, was er sich dabei gedacht hat, was er da überhaupt macht. Ich bahne mir meinen Weg über das Feld bis hin zum Bauer Heinrich und sage „Ey yo, Bauer, was machstn da? Wo hastn das Ding her?“ – „Von dahinten alter, ich musste doch die Löcher schließen…“ – „Wie denn Löcher schließen?“, frage ich ihn, obwohl ich während ich fragte schon wusste, dass es darauf keine logische Antwort geben könnte. „Die Löcher die wir vergessen haben. Scheiß drauf dicker, lass gehn.“. Aha, die vergessenen Löcher also. Gut, bestens. Ich weiß bescheid. Was sonst? Klar doch, die vergessenen Löcher musste er mit dem Traktor schließen. Jetzt is alles klar. Heinrich und ich kommen an den Platz wo Tim liegt. „Und, was war?“, fragt Tim. „Er musste nur die vergessenen Löcher schließen.“, antworte ich ihm. Tim guckt mich an als verstehe er die Welt nich mehr. Er tut mir fast leid. „Vergiss es, ich hab alles im Griff“, sagt Heinrich und läuft weiter Richtung Till. „Was denn für Löcher alter…“ will Tim anfangen. „Scheiß jetz auf die Löcher! Du hast doch gar keinen Plan!“, ruft Heinrich von vorne. Leider war das irgendwie zu viel des guten für mich. Ich konnte nich wirklich drüber lachen. Ihr kennt das mit Sicherheit. Es passieren Dinge, die so sehr lustig sind, dass man gar nicht mehr wirklich drüber lachen kann. Die Fassungslosigkeit und die Tatsache, dass das gerade die Realität war verderben einem den humoristischen Teil. Schade. Jetzt, im Nachhinein könnte ich mich darüber allerdings totlachen. |