Ego-Shooter bald verboten?

schalke_fan
Games - Dank großer Koalition: Egoshooter bald verboten?
Es sieht wohl so aus, dass für uns Zocker demnächst verdammt ungemütliche Zeiten anbrechen werden...


Soso, ihr seid also begeisterte Fans von Shootern? Dann erfreut euch an diesen Spielen so lange es noch geht, denn mit dem Vergnügen könnte es demnächst vorbei sein. Bedanken dürft ihr euch dort bei der Großen Koalition! Im Koalitionsvertrag heißt es nämlich:

6.3 Aufwachsen ohne Gewalt
5147 Verbot von „Killerspielen“

Wie genau die Definition von Killerspielen ausfällt, muss natürlich noch geklärt werden. Sind darunter lediglich Machwerke wie z.B. Postal zu verstehen, könnte damit wohl noch jeder leben.

Wenn hingegen alles als Killerspiel deklariert wird, wo geschossen wird, dann "Gute Nacht Marie!"

Den gesamten Koalitionsvertrag könnt ihr als PDF-Datei z.B. bei der CDU/CSU herunterladen.

Links zur News:
Koalitionsvertrag

www.gamigo.de
_______________

na geil....
SnakePlisken
na toll was kommt dann als nächstes, Politik ist Müll wenn sie solche Entscheidungen treffen.

Snake
u4u|Daywalker
naja, erstmal abwarten, was das wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass alle Shooter verboten werden würden, denn gleiches müsste dann auch für viele viele Filme gelten.
SnakePlisken
Zitat:
Original von u4u|Daywalker
naja, erstmal abwarten, was das wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass alle Shooter verboten werden würden, denn gleiches müsste dann auch für viele viele Filme gelten.


wäre der nächste Schritt, aber schon die Idee so ein Gesetz zu bringen zeigt ja das sie Pläne haben um den Störfaktor "Gwelat duch Spiele" so auszumerzen, wobei die keine Ahnung haben über das Thema.

Na will mal hoffen das da einige gegensteuern werden gegen diese Gesetzesidee.

Snake
sladee
Zitat:
Original von SnakePlisken
na toll was kommt dann als nächstes, Politik ist Müll wenn sie solche Entscheidungen treffen.

Snake


Wieso denn Müll ?!
Ham nur leider keine Ahnung von der Materie ...
Thurgood
Zitat:
Original von SnakePlisken
wäre der nächste Schritt, aber schon die Idee so ein Gesetz zu bringen zeigt ja das sie Pläne haben um den Störfaktor "Gwelat duch Spiele" so auszumerzen, wobei die keine Ahnung haben über das Thema.


Jetzt tue mal nicht so als sei das Ganze eine neue Idee. Sowas steht doch immer mal wieder zur Diskussion aber durchgesetzt wirds sowieso nie wirklich. Wenn dann wirds so ne halbherzige Reform, so dass man nicht sagen kann dass sich wirklich was geändert hat, aber der Politik keine Tatenlosigkeit vorwerfen kann.
aLeX
Bin ich froh ein Österreicher zu sein...

Was wär das ohne Shooter... VOGEL ZITTERN

Aber die setzen das sowieso ned durch! Wie sollten sie auch, dann müssten sie den Fernseher auch verbieten weil dort ebenfalls Gewalt gezeigt wird...also lasst die mal schön reden, kommen wirds zu nix.
Klima
Na toll ! Die ham doch echt nimmer alle Latten am Zaun.
Gerade haben doch Mediziner untersucht, ob man von PC-Spielen abhängig werden kann. Und dabei haben die auch versucht herauszufinden ob es aggressiv macht. Abe die konnten eben nicht herausfinden, ob es aggressiv macht, oder nicht.

Also ist das doch totaler Bullsh*t. Außerdem sind Egoshooter eh schon ab 18. Wenn die schon so argumentieren, müssen die aber auch folgendes genau so grundsätzlich verbieten (also auch für die, die über 18 sind):

- Aktionspiele
- Strategiespiele (Da lernt man schließlich Gewalt strategisch vorzubereiten. Sollte man nicht unterschätzen)
- das Fernsehen (Ist in meinen Augen spätestens seit der Aktion, wo ein Mann seine Tochter nach einer Talkshow umgebracht hat, sehr viel schlimmer als jedes PC-Spiel)
- das Radio (wegen Gewallt fördernder Musik)
- Aktionfilme
- Spielkonsolen
- Gameboys un co.
- alle Spielzeug-Waffen
- sogar die Plastiksoldaten
- und und und ...

Die Liste ist natürlich noch lange nicht zu Ende, aber an dieser Stelle brech ich jetzt einfach mal ab.

Ihr seht also, das hat einfach keinen Sinn.
Manuel May
Zitat:
Original von Crashmast0r
Na toll ! Die ham doch echt nimmer alle Latten am Zaun.
Gerade haben doch Mediziner untersucht, ob man von PC-Spielen abhängig werden kann. Und dabei haben die auch versucht herauszufinden ob es aggressiv macht. Abe die konnten eben nicht herausfinden, ob es aggressiv macht, oder nicht.

Also ist das doch totaler Bullsh*t. Außerdem sind Egoshooter eh schon ab 18. Wenn die schon so argumentieren, müssen die aber auch folgendes genau so grundsätzlich verbieten (also auch für die, die über 18 sind):

- Aktionspiele
- Strategiespiele (Da lernt man schließlich Gewalt strategisch vorzubereiten. Sollte man nicht unterschätzen)
- das Fernsehen (Ist in meinen Augen spätestens seit der Aktion, wo ein Mann seine Tochter nach einer Talkshow umgebracht hat, sehr viel schlimmer als jedes PC-Spiel)
- das Radio (wegen Gewallt fördernder Musik)
- Aktionfilme
- Spielkonsolen
- Gameboys un co.
- alle Spielzeug-Waffen
- sogar die Plastiksoldaten
- und und und ...

Die Liste ist natürlich noch lange nicht zu Ende, aber an dieser Stelle brech ich jetzt einfach mal ab.

Ihr seht also, das hat einfach keinen Sinn.


nicht zu vergessen, was ich an dieser stelle erwähnen möchte, SUPER MARIO - ein der ersten videospiele, bei denen geschossen und getötet wurde, wenn auch nicht auf realistische art und weise, aber mit dieser art von gewalt bringt man schon 6-jährige kinder zum mordeen LESEN LOL VOGEL MITTELFINGER
u4u|Daywalker
Zitat:
Original von Crashmast0r
Ihr seht also, das hat einfach keinen Sinn.


Meinst du damit deinen Beitrag? ZWINKERLACH
Zumindest könnte dein Beitrag gut ins Lexikon unter "Maßlose Übertreibung" passen.
Es geht bei dem Punkt im Koalitionsvertrag um KILLERspiele, nicht um Spiele in den Gewalt vorkommt.
schalke_fan
Zitat:
Original von u4u|Daywalker
Es geht bei dem Punkt im Koalitionsvertrag um KILLERspiele, nicht um Spiele in den Gewalt vorkommt.

ja und nein. es geht um "killerspiele", aber was die herren politiker darunter verstehen, ist nicht wirklich klar. und laut der meinung der politiker ist ja auch counter-strike so ein "killer-spiel". und unter dem gesichtspunkt scheint killer-spiel mit ego-shooter (ab 18 wohl...) gleichgesetzt zu sein...
Klima
Es ist aber nicht bewiesen, dass Egoshooter aggressiv oder sogar gewallttatig machen.
Ud da sag ich dann nur: "Der Angeklagte ist solange Unschuldig, bis seine Schuld bewiesen ist." So gesehen würde ein Verbot der Egoshooter gegen das Gesetz verstoßen.

Aber im Gegensatz dazu ist bewiesen, dass es Menschen gibt, die z.B. wegen einer Talkshow im TV ihre Töchter oder sonstige Menschen umbringen. Auch wenn das im aktuellen Fall ein Türke war, heißt das ja nicht, dass das Fernsehen bei Deutschen keine Gewallt auslösen kann. Wenn ich mir so anguck, was in den Nachrichten für Bilder und Filmsequenzen gezeigt werden, wird mir ganz anders. Da werden Hinrichtungen und brutalste Kriegszenen gezeigt. Da weden Menschen gezeigt, die aufs schwerste verwundet sind und um ihr Leben kämpfen. Beim Anschlag auf den WT-Center haben sie Menschen gezeigt, die aus den Fenstern in den sicheren Tod gesprungen sind. Bei Natur-Katastropfen werden die grässlichsten Leichen gezeigt usw usw.
Aber im Gegensatz zu Spielen, sind das echte Menschen, die wirklich sterben bzw. töten.
Jetzt frag ich mich: Was ist schlimmer; PC-Spiele, bei denen ich auf Pixel baller, oder die Übertragung von echten Kriegszenen mit echten Leichen und echten Hinrichtungen (z.B. duch Enthauptung) im TV ???

Versteht mich jetzt bitte nicht falsch: ich bin nicht dafür, dass das TV verboten wird oder so. Sondern ich will nur festgestellt haben, dass PC-Spiele nicht das Problem sind. Da diese Egoshooter eh schon ab 18 sind, können sie (gesetzlich gesehen) so wie so nicht schuld an der Gewalltbereitschaft der Jugendlichen schuld sein.
Das Problem liegt meines Wissens in der Politik (die nicht gerade jugendfreuntlich ist) und in der Erziehung.
Manuel May
du wiederholst dich...
u4u|Daywalker
Zitat:
Original von schalke_fan
Zitat:
Original von u4u|Daywalker
Es geht bei dem Punkt im Koalitionsvertrag um KILLERspiele, nicht um Spiele in den Gewalt vorkommt.

ja und nein. es geht um "killerspiele", aber was die herren politiker darunter verstehen, ist nicht wirklich klar. und laut der meinung der politiker ist ja auch counter-strike so ein "killer-spiel". und unter dem gesichtspunkt scheint killer-spiel mit ego-shooter (ab 18 wohl...) gleichgesetzt zu sein...


ich bezog mich dabei auf den Beitrag von Crashmast0r, der gleich alles in einen Topf geworfen hat, sogar den Gameboy und das Radio... ROLLEYES
Niemand, nicht einmal die besch...eidene Sendung Frontal21 (die haben mal derbe gegen Gewalt in Computer- und Videospielen gehetzt) will jegliche Gewalt in Spielen verbieten. Darauf bezog ich mich. Ich bezweifle sogar, dass sie alle Egoshooter verbieten wollen. Es gibt genügend Shooter, die schon ab 16 freigegeben sind, die kommen halt ohne übertriebene Gewaltdarstellung aus.
schalke_fan
Zitat:
Original von u4u|Daywalker
Zitat:
Original von schalke_fan
Zitat:
Original von u4u|Daywalker
Es geht bei dem Punkt im Koalitionsvertrag um KILLERspiele, nicht um Spiele in den Gewalt vorkommt.

ja und nein. es geht um "killerspiele", aber was die herren politiker darunter verstehen, ist nicht wirklich klar. und laut der meinung der politiker ist ja auch counter-strike so ein "killer-spiel". und unter dem gesichtspunkt scheint killer-spiel mit ego-shooter (ab 18 wohl...) gleichgesetzt zu sein...


ich bezog mich dabei auf den Beitrag von Crashmast0r, der gleich alles in einen Topf geworfen hat, sogar den Gameboy und das Radio... ROLLEYES
Niemand, nicht einmal die besch...eidene Sendung Frontal21 (die haben mal derbe gegen Gewalt in Computer- und Videospielen gehetzt) will jegliche Gewalt in Spielen verbieten. Darauf bezog ich mich. Ich bezweifle sogar, dass sie alle Egoshooter verbieten wollen. Es gibt genügend Shooter, die schon ab 16 freigegeben sind, die kommen halt ohne übertriebene Gewaltdarstellung aus.


ja, seh ich ja ähnlich, dass sie net alle ego-shooter verbieten wollen, die ab 16 sollen wohl bleiben, aber wenn sie alle ego-shooter,. die nun ab 18 gewertet wurden, verbieten, dann gute nacht....
DayL.
a hat man gestern Feierabend, sitzt gemütlich vor der Glotze und zappt während der Werbepausen ein wenig durch die Programme.

Irgendwann bin ich dann zufällig beim ZDF gelandet und erkannte doch sofort diesen unauffälligen Herrn wieder, der uns damals zur Weißglut gebracht hat, als er rein "objektiv" über sogenannte "Killerspiele" berichtet hat.

In einem kurzen Rückblick führten sie noch einmal die besten Szenen aus ihrem alten Bericht hervor, der Grund hierfür liegt im aktuellen Koalitionsvertrag der CDU/SPD, denn in einem Punkt geht es um den "Verbot von sogenannten Killerspielen".

Es ist soo traurig aber leider wahr, dass es dieser absolut einseitige Bericht tatsächlich geschafft hat einige Politiker aufzuschrecken. Allerdings mal wieder nur diejenigen die keine Ahnung von der Materie haben, dafür aber scheinbar an der Macht sitzen.

Es bleibt die Frage offen, was unsere kommende Koalition nun unternehmen möchte. Wir wären dafür die Einhaltung der aktiven Jugendschutzmaßnahmen stärker zu kontrollieren, denn diese wären mehr als ausreichend wenn sie eingehalten werden würden.

Ein Verbot von "Killerspielen" wäre allerdings der absolute Hohn, denn wer setzt die Messlatte ab wann ein Spiel ein "Killerspiel" ist?
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oh Maaaaaaaaaan ROLLEYES
Quelle
Predator
Union will 'Gewalteinübung' stoppen

Die Politik erhöht weiter den Druck auf Computerspieler: In immer kürzeren Abständen äußern sich Spitzenpolitiker aus Union und SPD zum Thema Jugendschutz und fordern das Verbot von so genannten "Killerspielen". Am gestrigen Donnerstag hatte die ehemalige SPD-Justizministerin Herta Däubler-Gmelin in der Süddeutschen Zeitung gesagt: »Das soft law hat nicht funktioniert.« Gemeint ist das Kontrollsystem um die USK, das »angesichts der rasanten Entwicklungen« in den neuen Medien »nicht ausreichend« sei. Ein altersunabhängiges Verbot von jugendgefährdenden Spielen sei notwendig.

In die gleiche Kerbe schlägt auch Maria Böhmer, stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, im Deutschlandradio. Wie Spiegel Online berichtet, fordert sie ebenfalls ein Verbot von Killerspielen. "Der Jugendschutz müsse mit der technischen Entwicklung Schritt halten und durch Verbote von 'Killerspielen' am Computer klare Grenzen aufzeigen", so Böhmer, die auch Vorsitzende der Frauen-Union ist. Nach ihrer Ansicht ist der Kern von Spielen wie Counterstrike: "zerstöre alles bis auf dich selbst, und das ist schon eine Botschaft, die bedeutet, dass Gewalt hier eingeübt wird, imitiert wird". "Gerade mit den jungen Männern, die sich in den LAN-Partys treffen" müsse man besprechen, warum es denn "gerade diese Art der Gewaltdarstellung" sein müsse, "wo ich den Gegner zerstören muss, wo Kampf die Lösung ist und sonst kein anderes Konfliktlösungsmittel."

Wir von GameStar hatten Anfang der Woche selbst eine Klärung des Begriffs "Killerspiele" von der Union erbeten. Da hieß es noch, dass dieser Begriff im Sinne des alten CSU-Gesetzentwurfes aus dem Jahre 2002 zu verstehen sei und sich nicht auf Computerspiele, sondern auf Paintball, Gotcha und Laserdrome bezieht. Unabhängig davon bleibt weiter die Frage offen, wieso nun auf einmal die Politiker mit dem von Ihnen selbst geschaffenen Kontrollsystem aus verpflichtender Selbstkontrolle (USK) und staatlicher Medienprüfung (BPjM) nicht mehr zufrieden sind. Die USK hatte Counterstrike und auch den Nachfolger Counterstrike: Source die Alterseinstufung "Freigegeben ab 16 Jahren" gegeben. Offenbar sahen die Experten dort keine starke Jugendgefährdung durch das Spiel gesehen, da Sie sonst "keine Jugendfreigabe" (nur für Erwachsene) als Einstufung vergeben hätten. Wer hat nun Recht? Die Jugendschützer der USK und BPjM oder die Politik?

Quelle
MrWhite1893
Zitat:
Original von schalke_fan
ja und nein. es geht um "killerspiele", aber was die herren politiker darunter verstehen, ist nicht wirklich klar.

Da in Deutschland eine Eintrittskarte für ein Fussballspiel reicht, um aus einem unbescholtenen Bürger einen potenziellen Attentäter zu machen würde ich mal davon ausgehen, dass das ganze sehr weit gefasst wird. Mich würde es jedenfalls wundern, wenn in Fifa und PES bei der nächsten Wahkl noch Blutgrätschen möglich sin. Davon, dass Super Mario als die Wurzel allen übels weg kommt, brauchen wir ja nicht reden. ZWINKER
FloG
Purer Populismus. Es gibt keinerlei rational erklärbare sachliche Gründe, warum das alte System nicht funktionieren sollte.
Wird Zeit, dass da mal eine Klage vor den europäischen Gerichtshof von einem Publisher eingereicht wird. Es kann irgendwo nicht sein, dass sinnvolle, hohe Standards im deutschen Verbraucherschutz aufgehoben werden müssen, weil sie den Binnenhandel in der EU einschränken, und andererseits PC-Spiele, deren schädliche Wirkung noch nicht einmal bewiesen ist, verboten werden können.
u4u|Daywalker
Rege Debatte um "Killerspiel"-Verbot

Das von CDU/CSU und SPD in dem heute unterzeichneten Koalitionsvertrag (PDF-Datei, 191 Seiten) unter Punkt 6.3 vorgesehene "Verbot von 'Killerspielen'" sorgt für rege Diskussionen. Während es die stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Maria Böhmer verteidigt, da der Jugendschutz mit der technischen Entwicklung Schritt halten und klare Grenzen aufzeigen müsse, fordert der Parteifreund Thomas Jarzombek überspitzt ein "Elternverbot statt Computerspieleverbot". Der Beauftragte der CDU-Fraktion im NRW-Landtag für Neue Medien meint, es sei absurd, "dass Verbote von Spielen gefordert werden, die bereits vor Marktstart mit dem Rating USK18 belegt oder gleich indiziert wurden".

"Die Gewaltbereitschaft bei Kindern und Jugendlichen wird da geschürt, wo Kinder sich selbst am Computer überlassen werden und niemand da ist, der die im Spiel entstandenen Emotionen auffängt", erläutert Jarzombek. Er fordert daher: "Man sollte besser solche Eltern statt der Spiele verbieten." Die Spiele-Branche habe den Jugendschutz "hervorragend organisiert und sollte dafür auch Lob empfangen". Der CDU-Politiker vermutet, der Bund solle nach Ansicht einiger Politiker weitere Länderaufgaben übernehmen. "Die Bundesländer haben in der Vergangenheit erfolgreich im Jugendschutz gearbeitet. Das lassen wir uns nicht von Bundespolitikern der zweiten oder dritten Garnitur schlechtreden."

Thomas von Treichel, Mitorganisator der Computerspiel-Weltmeisterschaften "World Cyber Games" in Korea, hat im Interview im Deutschlandfunk den im Koalitionsvertrag verwendeten Begriff Killerspiele als "propagandistisch" zurückgewiesen. In einem Spiel wie "Counter-Strike" gehe es um die Kooperation im Team und ähnlich wie beim Schach um die beste Taktik und Strategie. Eine "Simulation realitätsnaher Tötungshandlungen", wie sie Bayerns Innenminister Günther Beckstein in dem Spiel sieht, werde gerade bei professionellen Spielern aus Perfomance-Gründen vermieden: "Das heißt, es gibt dort keine theatralischen Stürze, es gibt keine Blutfontänen, es gibt keine abfallenden Körperteile oder ähnliches, sondern im Prinzip wie beim Schach, die Figur wird geschlagen und ist danach aus dem Spiel."

Nach dem Amoklauf eines 19-Jährigen im April 2002 in einer Erfurter Schule war ein Streit um die Auswirkungen von Computerspielen entbrannt. In dieser Diskussion hatte sich Beckstein Anfang Mai 2002 für ein absolutes Verleih- und Produktionsverbot gewaltverherrlichender Filme und Computerspiele ausgesprochen. Die danach beschlossenen, aktuellen Bestimmungen zum Jugendmedienschutz traten am 1. April 2003 in Kraft. Diese sollen nach dem Willen der neuen Koalition bis März 2008 überprüft werden.

"Gewaltverherrlichend" ist für Treichel ein Spiel, in dem die Auswirkungen der Gewalt nicht realistisch dargestellt werden, also nicht ein "erschossener Mitspieler" wieder aufstehen und weitermachen kann, und wenn "Tötungen" stark visuell überspitzt werden. Der Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts in Niedersachsen Christian Pfeiffer, der ebenfalls vom Deutschlandfunk interviewt wurde und das Gespräch mit Treichel verfolgte, sieht in dessen Äußerungen Verharmlosungen solcher Spiele wie "Dead or Alive" oder "Beat'em up". Das seien "brutalste Spiele, die nach unseren Forschungsergebnissen sogar die Wirkung von Counter-Strike teilweise übertreffen".

Für die Forschungsanstrengungen seines Instituts steht die Frage im Vordergrund, was die "Machokultur" in männlichen Jugendlichen fördert, die sich mit solchen Spielen auseinandersetzen oder auf andere Weise in diese "Gewalt legitimierenden Männlichkeitsnormen" hineinwachsen. Auf die These, dass es keine wissenschaftlichen Beweise dafür gebe, dass Spieler, die zum Beispiel Counter-Strike spielen, nachher in der realen Welt gewalttätiger sind, sagte Pfeiffer, mittlerweile gebe es aus den USA andere Erkenntisse. Demnach könne klar gezeigt werden, dass solche Spiele die Gewaltbereitschaft und die Machokultur förderten. Pfeiffer räumt aber ein, dass ein generelles Verbot keine größeren Auswirkungen haben würde, da solcherlei auch das Interesse an diesen Spiele erhöhe.

Auch von Helga Teunert, die sich im Deutschlandradio Kultur äußerte, würde ein Verbot von "Killerspielen" die Verbreitung von Gewalt verherrlichenden Computerspielen nicht verhindern. Ein solches Verbot lasse sich angesichts eines globalisierten Medienmarktes kaum umsetzten, sagte die Medienpädagogin. Die These, dass virtuelle Gewalt reale Gewalt erzeuge, lasse sich wissenschaftlich nicht belegen, setzt sie Pfeiffer entgegen. Die vorliegenden Untersuchungen seien nicht umfassend. So fehle beispielsweise der Aspekt, was Computerspielen für den Alltag von Kindern und Jugendlichen bedeutet.

Zu neurophysiologischen Forschungen, auf die sich Pfeiffer auch bezog, äußerte sich Teunert skeptisch, zum Beispiel über wissenschaftliche Forschungen, die belegen wollen, dass Videospielen süchtig machen kann. Es gebe wohl "kurzfristige Identitäten zwischen verschiedenen Phänomenen", also zwischen spielen und aggressivem Gedankengut. Die entscheidende Frage sei aber, ob das auch in reales Handeln umgesetzt werde, und dazu gäben die Untersuchungen keine Auskunft. Man müsse sich weniger um die Inhalte der Spiele und die Lust am Spielen kümmern, sondern um die sozialen Kontexte von Kindern und Jugendlichen, die sich besonders intensiv militaristischen und gewalthaltigen Spielen zuwenden. Und man müsse überlegen, was man tun muss, "damit es hier nicht dazu kommt, dass Überträge von den Spielen in die Wirklichkeit stattfinden können". Das sei eine alte Debatte, die sich nicht mit einem Verbot lösen lasse.

Quelle: www.heise.de