Gemini
Hey Leute,
ich wollte mal die Wehrdienstverweigerer unter Euch ansprechen. Mein Musterungstermin steht wohl noch dieses Jahr bevor. Ich als deutscher Staatsbürger möchte aber nicht den Wehrdienst ableisten. Der Zivildienst liegt mir eher.
Also, ich habe schon so einiges über die Verweigerung für den Wehrdienst gehört. Ich muss einen triftigen Grund nennen, weshalb ich nicht möchte. Ich dachte mir folgendes:
Ich möchte den Wehrdienst aus dem Grund nicht ableisten, weil ich in diesem Projekt die Förderung des Krieges sehe. Es ist doch das Ziel auf der Welt, den Krieg zu stoppen und nicht noch zu lernen, wie man Artgenossen umbringt.
So etwas in der Art würde ich den Leuten sagen. Ist das ok oder sollte ich doch etwas Anderes sagen? Was meint Ihr? Was habt Ihr für Tipps für mich, die mich vom Wehrdienst retten könnten?
Vielen Danke im Voraus.
Euer Gemini.
Pakistani
Vllt fällst du ja von vorne herein durch

hast dann glück
Naja ich werd auch zivi machen..wahrscheinlich!
Tom99
Hm das Thema passt ja super. Ich hab am Mo meine Musterung.
Auch ich werde wohl den Wehrdienst verweigern. Aber dass man da einen trifftigen Grund angeben muss, wusste ich auch noch nicht.

Ich würde wohl so argumentieren dass ich keine Menschen töten könnte und deshalb nicht an der Ausbildung zum Soldaten teilnehmen könne.
Aber ich hoffe mal dass ich ganz ausgemustert werde.
Wer wurde denn von euch ausgemustert? und welche Leiden habt/hattet

ihr?
Also eine Idee um dich vor dem Wehrdienst zu retten ist natürlich dich bei der Feuerwehr oder beim THW für den Katastrophenschutz zu verpflichten. Ich glaub des dauert 5jahre und is 1mal im Monat ne Übung oder so.
Mir dauert das zu lange. Ich mache lieber Zivildienst wenns denn sein muss.
Icegirl
mein freund hatte heut seine musterung gehabt und wurde ausgemustert. die gründe versteht er selber nicht, aber dafür ist er froh. denn er wollte ausgemustert werden oder halt zivil machen. er ist einfach so hingegangen ohne begründung, warum er wehrdienst nicht machen will. es wurde ihm fragen gestellt, körpergröße gemessen und gewicht gewogen. dann meinten die warum er so rot und trockene haut hat. er meint er hat neurodermitis, die fragten welche medikamente der arzt verschreibt, dann meinten die ok du bist ausgemustert. irgendwie einfach, mein freund hatte noch nicht mal ärztl. bescheinigungen abgegeben oder sich dort verstellt.
Bloodsportler
Ne Urinprobe brauchen die von dir. Hörtest und Sehtest absolvieren. Arzt schaut wie du körperlich gebaut bist und lang mal kurz aufn Sack.

Kniebeugen machen, dann wird der Puls gemessen. ....
MrWhite1893
Also, dann will ich mal meinen Senf dazu geben:
Niemand kann zum Kriegsdienst gezwungen werden, den Paragraphen hab ich nicht im Kopf, am besten googlen.
Leider gibts nachwievor diese unsinnigen Verweigerungsanträge, aber das ist eigendlich nur eine formale Aktion. Von den Geschichten von älteren Brüdern braucht man sich nicht abschrecken lassen, das Schreiben an das Bundesamt umfasst lediglich einen Brief, in dem steht, dass ihr verweigert, einem Lebenslauf und eine 1-2 seitige Begründung. Beim Inhalt des Textes ist wichtig, dass er schlüssig und "neu" ist, was google ausspuckt kennen die Leute. Sollte der Text mangelhaft sein, kriegt man die Fehler angemahnt und die Aufforderung, einen neuen zu schreiben.
Wenn man bei der Musterung gleich mitteilt, dasss man verweigern will, dann wird nur die Grunduntersuchung vorgenomen, also messen, wiegen, Urinprobe, ein kleiner aber feiner Herzkreislaufcheck, etc. Ca. ne halb Stunde Theater plus die Wartezeit X, wobei die Zeitkoordinate gegen unendlich gehen kann.....
Mit der Verweigerung und der Suche nach einer Zivistelle sollte man sich etwas ranhalten. Denn die Verweigerung wird von einer deutschen Behörde bearbeitet, d.h. 4-5 Monate kann das durchaus dauern, wenn man Pech hat.
Seine Wunschstelle muss man dem Bundesamt vorschlagen und bekommt es normalerweise auch genehmigt.
u4u|Wizz
Ich muss mich zu dem Thema enthalten, weil ich Gicht krieg, wenn ich mir die ganzen Verweigerer anschaue.
Ich finde, dass jeder junge Mann zur Bundeswehr gehen sollte und sich nicht davor drücken sollte. Bei der Bundeswehr vergeudet man zwar auch einige Zeit, aber man lernt auch viel und fürs Leben ist es auf jeden Fall ne einmalige Sache.
Shu
Ich finde es ist absolut vertretbar zu verweigern.
Ich war bei der Bundeswehr, gefallen hat es mir keine Minute, aber für mich persönlich war es denke ich eine wichtige und eine prägende Zeit.
Aber es ist meiner Meinung nach nicht so, dass die Zivildienstzeit nicht das selbe für einen bringen kann. Kommt eben drauf an, was man dann macht.
Ich finde der Fehler liegt schon darin, dass man verweigern MUSS wenn man nciht zum Bund geht. Ich finde es sollte vielmehr neutral sein und man entscheidet einfach Bund oder Zivi. Klar kommt man um den Bund rum, wenn man möchte, aber alleine von derFormalität her fände ich es korrekter, wenn diese förmliche Verweigerung entfallen würde.
Im Internet gibt es wie ich mir sagen ließ genug "Vordrucke" wo man nur ein wenig abzuwandeln braucht. IMO glotzt das eh keiner an. Wie erwähnt, wer um den Bund rumkommen will, der kommt in alle rRegel auch rum.
MrWhite1893
Das kann man aber genausogut umdrehen und feststellen, dass sich die Leute beim Bund vor den Schattenseiten der Gesellschaft drücken.
Beim Zivi lernt man (sofern man keine Drückebergeraufgaben macht) jedenfalls viel fürs Leben.
| Zitat: |
| Ich muss mich zu dem Thema enthalten, weil ich Gicht krieg, wenn ich mir die ganzen Verweigerer anschaue. |
Sag ich besser nix zu, ehe mir noch irgendwas falsches rausrutscht. Nur soviel: Nimm mal die Scheuklappen ab und du sieh ein, dass es nicht wenig Zivis gibt, die Aufgaben machen, die einen psychisch wesentlich mehr fordern, als der Bund.
Masterpiece
Ich denke auch, dass eine einfache Wahlfreiheit am sinnvollsten wäre.
Die Anträge sind doch eh nur vorgeschobene Gründe bei den meisten Leuten.
Thurgood
Also ich hab nichts gegen die Bundeswehr und bin auch gegen ihre Auflösung. Ich bin zwar gegen die Wehrpflicht und ich denke, dass sie auch deutlich kleiner sein könnte (wenn ein Staat es sich nicht leisten kann seinen eigenen Leuten das Leben zu sichern sollte er eigentlich auch nicht genug Geld für 1000 Flugzeuge haben). Aber ich denke schon, dass sie noch einen gewissen Zweck erfüllt, und wenn es nur die Abschreckung ist, man kann nie Wissen was noch mal kommt. Auch kann ich gut verstehen, wenn Leute zum Bund gehen als Arbeitsplatz, besser das als gar nix tun.
Auch glaube ich nicht, dass das durchweg ein böser Haufen voller Dummköpfe und Nazis ist, wie manchmal dargesellt.
SnakePlisken
| Zitat: |
Original von MrWhite1893
Beim Zivi lernt man (sofern man keine Drückebergeraufgaben macht) jedenfalls viel fürs Leben.
| Zitat: |
| Ich muss mich zu dem Thema enthalten, weil ich Gicht krieg, wenn ich mir die ganzen Verweigerer anschaue. |
Sag ich besser nix zu, ehe mir noch irgendwas falsches rausrutscht. Nur soviel: Nimm mal die Scheuklappen ab und du sieh ein, dass es nicht wenig Zivis gibt, die Aufgaben machen, die einen psychisch wesentlich mehr fordern, als der Bund. |
Da kann ich White nur zustimmen, einige Aufgaben von Zivis sind schon recht hart. Oder würdest du nem alten Bettlägrigen Menschen die Windeln wechseln und den waschen. Psychische Kranke betreuen oder Menschen die Behinderungen haben jeden Tag aushalten und auch anfassen ohne dich dabei zu ekeln etc...
Also ich hab vor diesen Leuten ganz viel Respekt und jeder der den Zivi macht, lernt auch viel für das Leben, so seh ich das.
Ausserdem wenn alle zum Bund gingen, wer würde dann bitte schon sich sozial engagieren, wo der soziale Sektor total unterbesetzt ist?
Snake
Thomas
Mit der Argumentation zu kommen das Verweigerer nichts oder weniger fürs Leben lernen ist in meinen Augen genau so schwachsinnig wie zu behaupten das Wichsen blind macht. Einfach sinnfrei. Du lernst beim Zivildienst nicht weniger als beim Bund und jeder Mensch hat das Recht und den freien Willen diesen zu verweigern und sich nicht in dieser Form irgendjemandem unterzuordnen.
Masterpiece
Ich glaube, zu vergleichen, wo man mehr lernt oder so, steht hier niemandem zu, da hier wahrscheinlich keiner zivildienst und bundeswehr gemacht hat.
Shu
| Zitat: |
Original von Thurgood
Auch glaube ich nicht, dass das durchweg ein böser Haufen voller Dummköpfe und Nazis ist, wie manchmal dargesellt. |
Das ist auch falsch. Es gibt dort Nazis und es gibt dort Dummköpfe, wie überall.
Bei mir wurde von 150 Leuten vielleicht 10 ohne Abi eingezogen, der Rest waren alles Abiturienten. Und im Schnitt waren die Leute dort sogar weniger rechts eingestellt als so manch an der Schule die dann Zivi gemacht haben. Das ist jetzt eben meine Erfahrung. Von einer Kompanie eines Bataillons. Wies allgemein aussieht weiß ich genau so wenig wie alle anderen hier.
| Zitat: |
Original von Masterpiece
Ich glaube, zu vergleichen, wo man mehr lernt oder so, steht hier niemandem zu, da hier wahrscheinlich keiner zivildienst und bundeswehr gemacht hat. |
Absolut richtig. Wobei Bundeswehr nicht gleich Bundeswehr ist und Zivildienst nicht gleich Zivildienst. Es gibt soviele Truppengattungen, so viele Standorte soviele versch. Aufgaben, Vorgesetzte, Menschen eben, da kann keiner allgemein sagen wie die Bundeswehr nun ist.
Beim Zivildienst das selbe. Der eine macht essen auf rädern, der andere unterstützt ein blindes Kind, das kann man nicht vergleichen.
u4u|Wizz
Vielleicht habe ich mich etwas zu undifferenziert ausgedrückt.
Es gibt genug junge Leute, die für die Bundeswehr schlichtweg nicht geeignet sind, aus welchen Gründen auch immer (gesundheitlich, etc. etc. etc.), diese Leute sollen ruhig Sozialdienst ableisten, ich denke da gibt es schon genug solcher Kandidaten und wenn die Zahl derer, die gar nix machen niedriger wäre und diese Leute auch zum Teil zum Zivildienst gehen, dann würde das schon passen. Aber jeder gesunde Mensch sollte Wehrdienst ableisten, das ist nunmal meine Meinung, ob sie nun sinnvoll, sinnfrei oder sonst was ist.
Ich bin davon überzeugt, dass es auch beim Zivildienst psychisch beanspruchende Aufgabenfelder gibt, keine Frage, aber ich finde es auch extrem wichtig, die eigene Leistungsfähigkeit, die eigenen Grenzen, was der Körper mitmacht zu kennen und ich finde, das lernt man bei der Bundeswehr mehr als beim Zivildienst, körperlich beanspruchend ist das mit Sicherheit zu 95% nicht.
Die Bundeswehr muss ja nicht 9 Monate gehen, da würde es für die reichen, die nicht unbedingt so gern hingehen, wenn sie 3 Monate die Grundausbildung machen und dann wieder ins Zivilleben übergehen.
Shu
| Zitat: |
Original von u4u|Wizz
Die Bundeswehr muss ja nicht 9 Monate gehen, da würde es für die reichen, die nicht unbedingt so gern hingehen, wenn sie 3 Monate die Grundausbildung machen und dann wieder ins Zivilleben übergehen. |
Und wofür dann überhaupt noch die AGA(Grundausbildung)?
Der kalte Krieg ist vobei. Stellungskriege wirds 100%ig keine mehr geben. Wozu dann dafür 3 Monate ausgebildet werden?
Sicherung in Krisengebieten, größer wird das Aufgabenfeld nicht. OK, ABC Zeugs vielleicht schon, wenn die Vogelgrippe kommt oder so, aber ich meine nun wirklich militärisch? Mehr wirds da in absehbarer Zeit nicht zu tun geben.
Wegen mir evtl noch ein paar anspruchsvollere Einsätze für die KSK-Boys und das wars dann aber auch.
Bei dem Aufgaben muss ich mich doch auf für eine reine Berufsarmee aussprechen.
Nur 3 Monate zu lernen wie man ein Gewehr zerlegt, was bringt einem das persönlich? Und was bringt das Deutschland? Lange Fragestellung, kurze Antwort: nichts.
u4u|Wizz
| Zitat: |
Original von Shu
| Zitat: |
Original von u4u|Wizz
Die Bundeswehr muss ja nicht 9 Monate gehen, da würde es für die reichen, die nicht unbedingt so gern hingehen, wenn sie 3 Monate die Grundausbildung machen und dann wieder ins Zivilleben übergehen. |
Und wofür dann überhaupt noch die AGA(Grundausbildung)?
Der kalte Krieg ist vobei. Stellungskriege wirds 100%ig keine mehr geben. Wozu dann dafür 3 Monate ausgebildet werden?
Sicherung in Krisengebieten, größer wird das Aufgabenfeld nicht. OK, ABC Zeugs vielleicht schon, wenn die Vogelgrippe kommt oder so, aber ich meine nun wirklich militärisch? Mehr wirds da in absehbarer Zeit nicht zu tun geben.
Wegen mir evtl noch ein paar anspruchsvollere Einsätze für die KSK-Boys und das wars dann aber auch.
Bei dem Aufgaben muss ich mich doch auf für eine reine Berufsarmee aussprechen.
Nur 3 Monate zu lernen wie man ein Gewehr zerlegt, was bringt einem das persönlich? Und was bringt das Deutschland? Lange Fragestellung, kurze Antwort: nichts. |
Das die Grundausbildung in dem Format wie sie jetzt ist, dafür nicht geeignet ist, ist klar, daran müsste gearbeitet werden. Es sollte mehr auf körperliche Einsatzfähigkeit Wert gelegt werden, auf psychische und physische Belastungen.
Die AGA gehört eh etwas reformiert, meiner Meinung nach
Shu
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Original von u4u|Wizz
Das die Grundausbildung in dem Format wie sie jetzt ist, dafür nicht geeignet ist, ist klar, daran müsste gearbeitet werden. Es sollte mehr auf körperliche Einsatzfähigkeit Wert gelegt werden, auf psychische und physische Belastungen.
Die AGA gehört eh etwas reformiert, meiner Meinung nach |
Klar sollte sie das! Aber für die Soldaten!
Was bringt es einem der 3 Monate gefordert wird und nie wieder eine Waffe in der Hand halten wird? Wofür braucht man diese Leute noch? die werden nie in den einsatz gehen Heimatschutz? Naja, wie erwähnt da braucht man einfach keine Soldaten. Bzw. Leute 3 Monate mal Uniform trugen. Wenn es mal rappelt, dann ist eh alles gelaufen. Es werden sicherlich keine Panzer hier einfallen.
Die Leute brauch man einfach garnicht ausbilden, wozu auch...
Und die AGA hat sich ja geändert. Also direkt nach mir um ehrlich zu sein. Bei mir war schon ein wenig Checkpoint ausbildung etc dabei. Bei denen nach mir war das viel stärker ausgeprägt. Und da gabs keine MG Ausbildung mehr. Die wurden in der AGA schon zu reinen Sicherungssoldaten ausgebildet.
Aber wozu, wnn der Einsatz fehlt? Und die, die in den Einsat gehen, erhalten ja ohne noch eine weitere Ausbildung.
MrWhite1893
| Zitat: |
Original von u4u|Wizz
Ich bin davon überzeugt, dass es auch beim Zivildienst psychisch beanspruchende Aufgabenfelder gibt, keine Frage, aber ich finde es auch extrem wichtig, die eigene Leistungsfähigkeit, die eigenen Grenzen, was der Körper mitmacht zu kennen und ich finde, das lernt man bei der Bundeswehr mehr als beim Zivildienst. |
Du unterschätzt Pflegearbeit extrem. Wer in der Pflege schafft, lernt seine körperlichen Grenzen sehr schnell kennen.