Thurgood
Unmittelbar vor dem Besuch von US-Präsident George W. Bush in Stralsund herrscht unter den Geschäftsleuten große Gelassenheit: Die Lokale rund um den Alten Markt, wo Bush am Donnerstag Bundeskanzlerin Angela Merkel treffen wird, sind gut gefüllt. "Die Umsatzausfälle am Donnerstag ersetzt uns zwar niemand, aber langfristig ist der Besuch sicher ein Gewinn für die Stadt", sagt Wirt Kester Krönke vom "Goldenen Löwen".
Gleich nebenan betreibt Yvonne Hauf die Alternativ-Boutique "1001 Nacht". Sie sagt: "Das ist nicht so schlimm", sie freue sich über den freien Tag. Im Laden wolle sie dann aber nicht sein: "Nachher wird man am Fenster noch erschossen."
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Ein Tag zum Angeln
Über einen freien Tag freuen sich auch die Angestellten der örtlichen AOK, die gegenüber von Bushs Ankunftsstelle ihr Kundencenter betreiben: "Wir müssen das dann eben am Freitag nacharbeiten, darauf haben wir uns eingestellt", sagt Empfangschefin Rita Hoß. Und schräg gegenüber im Versicherungsbüro von Ulrich Rau gefährdet Bush höchstens die Fische in der Ostsee: "Ich mach mir einen freien Tag und geh' Angeln, ich wohne sowieso außerhalb."
Ärgerlicher als die Geschäftsleute sind die Anwohner am Alten Markt und in den Nebenstraßen. Sie haben strenge Auflagen: Alle Autos müssen weg, die Stadt hat weit außerhalb einen gigantischen Sammelparkplatz eingerichtet. Während des Besuches am Donnerstag von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr dürfen die Fenster nicht geöffnet werden, Briefkästen werden versiegelt, Fahrräder müssen verschwinden, sogar Blumenkästen vor der Tür müssen abgebaut werden.
Flucht vor dem US-Präsidenten
Auch Anwohner und Bauingenieur Götz Beyer beschwert sich: "Bei der Hitze die Fenster geschlossen halten? Wie stellen die sich das vor, mit einem kleinen Kind", fragt er. "Die machen die Altstadt platt bis sie leer ist, und holen dann 1.000 handverlesene Leute, die Winkelemente bekommen", spottet er. Und erinnert sich an früher: "Wenn Honecker kam, war die Straße ein paar Minuten zu, dann war alles vorbei. Das hier ist alles viel schlimmer". Seine Konsequenz: "Wir fahren in dieser Zeit weg."
Auch Betriebswirtschaftsstudent Matthias Weber räumt für Bush das Feld. Er wohnt in einem Block genau gegenüber vom Rathaus, das der Präsident besuchen wird. "Ich übernachte bei meiner Freundin", sagt er. "Ich finde den ganzen Besuch übertrieben, reine Geldvernichtung." Und Hausnachbar Martin Sass hofft, dass alles an ihm vorbeizieht: "Ich bin in der Zeit sowieso in der Schule."
Auch die Polizei hat Hotels gebucht
Die Vorbereitungen auf den Besuch laufen unterdessen auf Hochtouren: Polizei und Stadtwerke begannen am Montag mit dem Versiegeln von 2.200 Gullydeckeln. Auch die ersten Kräfte zur Verstärkung der Landespolizei von Mecklenburg-Vorpommern rückten an: Die Polizei Schleswig-Holstein schickte einen Konvoi mit Absperrgittern nach Stralsund. Insgesamt sollen 12.000 Beamte den Staatsgast schützen, davon 2.000 aus Mecklenburg-Vorpommern. Ein Problem ist laut Polizei die Unterbringung: Weil es an Kasernen und Schulen fehlt, hat die Polizei sogar Hotels gebucht.
Die Polizei hat den Streifendienst in der Stadt kräftig verstärkt. US-Beamte besichtigten am Vormittag zum Teil in Polizeibegleitung das historische Rathaus der Stadt und die Nikolaikirche, beides Ziele beim Besuch von Bush und seiner Frau Laura am Donnerstag. Bei seinem insgesamt dritten Deutschlandaufenthalt wird sich der amerikanische Präsident von Mittwochabend bis Freitagmorgen auf Einladung von Merkel in deren Wahlkreis aufhalten. Die politischen Gespräche sollen am Donnerstag in Stralsund stattfinden. Wie am Wochenende bestätigt wurde, wird Bush auch von US-Außenministerin Condoleezza Rice begleitet.
n24.de
Gleich nebenan betreibt Yvonne Hauf die Alternativ-Boutique "1001 Nacht". Sie sagt: "Das ist nicht so schlimm", sie freue sich über den freien Tag. Im Laden wolle sie dann aber nicht sein: "Nachher wird man am Fenster noch erschossen."
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Ein Tag zum Angeln
Über einen freien Tag freuen sich auch die Angestellten der örtlichen AOK, die gegenüber von Bushs Ankunftsstelle ihr Kundencenter betreiben: "Wir müssen das dann eben am Freitag nacharbeiten, darauf haben wir uns eingestellt", sagt Empfangschefin Rita Hoß. Und schräg gegenüber im Versicherungsbüro von Ulrich Rau gefährdet Bush höchstens die Fische in der Ostsee: "Ich mach mir einen freien Tag und geh' Angeln, ich wohne sowieso außerhalb."
Ärgerlicher als die Geschäftsleute sind die Anwohner am Alten Markt und in den Nebenstraßen. Sie haben strenge Auflagen: Alle Autos müssen weg, die Stadt hat weit außerhalb einen gigantischen Sammelparkplatz eingerichtet. Während des Besuches am Donnerstag von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr dürfen die Fenster nicht geöffnet werden, Briefkästen werden versiegelt, Fahrräder müssen verschwinden, sogar Blumenkästen vor der Tür müssen abgebaut werden.
Flucht vor dem US-Präsidenten
Auch Anwohner und Bauingenieur Götz Beyer beschwert sich: "Bei der Hitze die Fenster geschlossen halten? Wie stellen die sich das vor, mit einem kleinen Kind", fragt er. "Die machen die Altstadt platt bis sie leer ist, und holen dann 1.000 handverlesene Leute, die Winkelemente bekommen", spottet er. Und erinnert sich an früher: "Wenn Honecker kam, war die Straße ein paar Minuten zu, dann war alles vorbei. Das hier ist alles viel schlimmer". Seine Konsequenz: "Wir fahren in dieser Zeit weg."
Auch Betriebswirtschaftsstudent Matthias Weber räumt für Bush das Feld. Er wohnt in einem Block genau gegenüber vom Rathaus, das der Präsident besuchen wird. "Ich übernachte bei meiner Freundin", sagt er. "Ich finde den ganzen Besuch übertrieben, reine Geldvernichtung." Und Hausnachbar Martin Sass hofft, dass alles an ihm vorbeizieht: "Ich bin in der Zeit sowieso in der Schule."
Auch die Polizei hat Hotels gebucht
Die Vorbereitungen auf den Besuch laufen unterdessen auf Hochtouren: Polizei und Stadtwerke begannen am Montag mit dem Versiegeln von 2.200 Gullydeckeln. Auch die ersten Kräfte zur Verstärkung der Landespolizei von Mecklenburg-Vorpommern rückten an: Die Polizei Schleswig-Holstein schickte einen Konvoi mit Absperrgittern nach Stralsund. Insgesamt sollen 12.000 Beamte den Staatsgast schützen, davon 2.000 aus Mecklenburg-Vorpommern. Ein Problem ist laut Polizei die Unterbringung: Weil es an Kasernen und Schulen fehlt, hat die Polizei sogar Hotels gebucht.
Die Polizei hat den Streifendienst in der Stadt kräftig verstärkt. US-Beamte besichtigten am Vormittag zum Teil in Polizeibegleitung das historische Rathaus der Stadt und die Nikolaikirche, beides Ziele beim Besuch von Bush und seiner Frau Laura am Donnerstag. Bei seinem insgesamt dritten Deutschlandaufenthalt wird sich der amerikanische Präsident von Mittwochabend bis Freitagmorgen auf Einladung von Merkel in deren Wahlkreis aufhalten. Die politischen Gespräche sollen am Donnerstag in Stralsund stattfinden. Wie am Wochenende bestätigt wurde, wird Bush auch von US-Außenministerin Condoleezza Rice begleitet.
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