Thurgood

Gentechnisch veränderte Zellen der Körperabwehr könnten zur Bekämpfung von Krebs eingesetzt werden. Ein Team von US-Medizinern hat auf diese Weise bislang nur zwei Hautkrebspatienten erfolgreich behandelt. Doch sie sehen das therapeutische Potenzial der Methode für die biologische Bekämpfung von Krebs.
Die Forscher um Steven Rosenberg vom National Cancer Institute in Bethesda, Maryland, haben 17 Patienten T-Zellen entnommen. Diese weißen Blutkörperchen können Krebszellen erkennen und zerstören. Bei den Patienten war der Hautkrebs jedoch bereits fortgeschritten und hatte Metastasen in anderen Organen gebildet.
Die Mediziner behandelten die T-Zellen der Patienten mit einem Virus, das das Gen für einen Rezeptor in ihr Erbgut einfügte. Ausgestattet mit diesem Hautkrebs-spezifischen Rezeptor wurden die Zellen wieder den Patienten gespritzt. Bei 15 Patienten waren die gentechnisch veränderten Zellen länger als zwei Monate im Organismus nachweisbar. Sie stellten in dieser Zeit mindestens ein Zehntel der zirkulierenden T-Zellen.
In zwei der Fälle waren die gentechnisch veränderten Zellen auch nach einem Jahr noch zahlreich. Bei diesen beiden Patienten nahm die Tumorengröße in dieser Zeit deutlich ab und nach etwa anderthalb Jahren waren sie klinisch krebsfrei, berichten die Mediziner in der Online-Ausgabe des Magazins "Science".
Die Erfolgsquote der Behandlung mit gentechnisch veränderten Zellen sei mit 13 Prozent deutlich geringer als die Quote von fünfzig Prozent bei einer Behandlung mit außerhalb des Körpers vermehrten, aber nicht gentechnisch veränderten Immunzellen, schreiben die Forscher. Diese Zelltherapie mit aus dem Tumorgewebe gewonnen Immunzellen sei aber nicht bei allen Patienten möglich. Für sie könnte die gentechnische Modifizierung eine Alternative sein, sagen die Mediziner.
Darüber hinaus könnten Tumorzellen auch bei häufigeren Krebserkrankungen wie Brust- oder Lungenkrebs auf diese Weise biologisch bekämpft werden, vermuten die Forscher. In Zellkulturen konnten entsprechend gentechnisch veränderte Immunzellen auch diese Tumorzellen erkennen, berichtet das Team um Rosenberg. Die Methode verdiene auch im Einsatz gegen diese Krankheiten bewertet zu werden, schließen sie ihren Artikel.
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