DFB-Chef droht - Geisterspiele möglich

QuentinT
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) schreckt im Kampf gegen Rassismus auch vor Geisterspielen nicht zurück. "Im Antrag wird Alemannia Aachen angedroht, dass bei einer weiteren Verfehlung das nächste Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet", sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger der "Bild am Sonntag". Außerdem sei auch ein Punktabzug möglich.



Der DFB-Kontrollausschuss hatte am Freitag gegen die Bundesligisten Alemannia Aachen und Borussia Mönchengladbach Anklage wegen unsportlichen Verhaltens erhoben. Demnach soll Aachen 75.000 Euro Strafe zahlen; Gladbach soll mit 25.000 Euro zur Kasse gebeten werden. Sollte das Sportgericht dem Antrag des Kontrollausschusses nachkommen, wären dies die höchsten Geldstrafen im Kampf des DFB gegen Rassismus.

Im Punktspiel zwischen Aachen und Gladbach (4:2) am Samstag vergangener Woche hatten zunächst Alemannia-Anhänger Borussias brasilianischer Stürmer Kahe mit fremdenfeindlichen Sprechchören beleidigt. Im Gegenzug wurde auch Aachens Verteidiger Moses Sichone aus Sambia von Gladbacher Fans mit Schmährufen bedacht.

"Entweder wir gehen das Thema jetzt richtig an oder gar nicht. Es geht auch um die Bewusstseinsbildung in unserer Gesellschaft", sagte Zwanziger weiter. Selbst die Gefahr, dass Fans im Falle eines Rückstandes der eigenen Mannschaft durch rassistische oder diskriminierende Parolen einen Spielabbruch provozieren könnten, nimmt der DFB-Chef in Kauf. "Natürlich kann so etwas passieren, ich halte das gar nicht für ausgeschlossen. Aber dann ist es Aufgabe unseres Sportgerichts, die Beweislage sauber zu beurteilen", so der promovierte Jurist Zwanziger.

Eine schriftliche Einzelrichter-Entscheidung des DFB-Sportgerichts oder eine Terminbestimmung für eine mündliche Verhandlung im Fall Aachen/Mönchengladbach wird es allerdings erst nach weiteren Prüfungen durch das Sportgericht im Laufe der kommenden Woche geben.

Nach der ersten Hauptrunde im DFB-Pokal hatte das DFB-Sportgericht bereits gegen die zweite Mannschaft des FC Hansa Rostock eine Geldstrafe von 20.000 Euro sowie ein Heimspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit in der Oberliga Nordost verhängt. Damit hatte das Sportgericht auf das Affengebrüll gegen Nationalspieler Gerald Asamoah beim Spiel gegen Schalke 04 reagiert.
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n-tv