16 Jahre Wiedervereinigung: Deutschland feiert

Thurgood


Zum Tag der Deutschen Einheit hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dazu aufgerufen, die Stärken und Möglichkeiten des Landes zu nutzen. "Ich wünsche mir, dass Deutschland den Willen verspürt, in Europa wieder an die Spitze zu kommen", sagte sie am Dienstag beim zentralen Festakt zum 3. Oktober in der Ostseehalle in Kiel. Die Bundesrepublik sei ein Land, "das die Kraft der Freiheit in sich trägt".

Bundesratspräsident Peter Harry Carstensen (CDU) rief die Bundesländer zu mehr Solidarität untereinander auf. Der Föderalismus bleibe ein Erfolgsmodell und Voraussetzung für einen fairen innerstaatlichen Wettbewerb. "Aber Föderalismus lässt sich ohne Solidarität nicht denken", betonte er vor rund 1200 Ehrengästen. Darunter waren Bundespräsident Horst Köhler, Bundestagspräsident Norbert Lammert, Verfassungsgerichtspräsident Hans-Jürgen Papier, Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU), Generalbundesanwältin Monika Harms sowie rund 50 Bundestagsabgeordnete.

Fast 17 Jahre nach dem Fall der Mauer mahnte Merkel in ihrer Festrede zur deutschen Einheit, die Idee der Freiheit auch bei Bedrohungen nicht aufzugeben. Die Freiheit "ist und bleibt für mich der entscheidende Schlüssel, damit Gerechtigkeit und Solidarität eine Zukunft haben". In Deutschland habe sich aber ein Leben von der Substanz eingeschlichen. "Wir verbrauchen unsere Zukunft. Schlimmer noch, wir verbrauchen die Zukunft unserer Kinder", sagte Merkel.

Sie kündigte weitere Reformen an. "Beginnen wir damit, dass die öffentlichen Haushalte sich nicht nur einmalig erholen, sondern dauerhaft saniert werden." Die Arbeitsmarktpolitik müsse auf die Arbeitsplätze des 21. Jahrhunderts ausgerichtet und das Steuersystem vereinfacht werden. "Aus Ideen müssen in Deutschland schneller Produkte werden", forderte sie. "Und kein Weg wird daran vorbeiführen, dass das Gesundheitswesen aus der Abhängigkeit von den Arbeitskosten herausgeführt wird."

Merkel griff mit Blick auf die soziale Marktwirtschaft die Krise der Handyproduktion auf und wies Siemens auf die Verantwortung für seine früheren Mitarbeiter hin. Diese müsse wahrgenommen werden, sagte sie zur Insolvenz der vom Unternehmen BenQ übernommenen Siemens-Handysparte. "Wie aber soll Vertrauen in die soziale Marktwirtschaft entstehen, wenn die praktische Erfahrung manchmal eine andere Sprache spricht? Was sagen wir den Mitarbeitern von BenQ, die so mir nichts dir nichts auf die Straße gesetzt werden sollen?"

Nach Ansicht von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat Deutschland seit der Vereinigung vor 16 Jahren große Fortschritte gemacht. "Vieles geht bergauf. Das meiste ist geschafft. Wir haben eine gute Entwicklung bei der Wirtschaft und am Arbeitsmarkt", sagte er im MDR Info.

Zum Auftakt der von starken Sicherheitsvorkehrungen begleiteten offiziellen Feierlichkeiten hatte es in der Kieler Nikolai-Kirche einen Ökumenischen Gottesdienst gegeben. Er stand unter dem Motto "Geist der Einheit -Band des Friedens". Für die Evangelische Kirche predigte die Lübecker Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter, für die katholische Kirche der Hamburger Erzbischof Werner Thissen.

Ein großes Bürgerfest lockte mehrere hunderttausend Besucher an die Förde. Dort präsentierten sich in einer großen weißen Zeltstadt alle 16 Länder, der Bund, mehrere Institutionen und Wissenschaftler. Auch am Brandenburger Tor in Berlin wurden bis zum Abend mehrere hunderttausend Besucher auf einer Festmeile erwartet. Zum Programm des 3. Oktober gehörte die Verleihung der Quadriga-Preise am Abend. Damit werden Personen geehrt, die Zeichen für Aufbruch und Erneuerung gesetzt haben – in diesem Jahr der ukrainische Staatspräsident Viktor Juschtschenko sowie Regisseur und Hauptdarsteller des Stasi-Filmdramas "Das Leben der Anderen".

n-tv.de
Larry
für mich nurn urlaubstag, an dem nur filme in der glotze laufen, die ich schon zig mal gesehen hab... mal ganz ehrlich, kenn auch niemand anderes, den das wirklich interessiert
Beddies
Was für ein scheiß Tag