Thurgood
Nordkorea hat sich über internationale Warnungen hinweggesetzt und nach eigenen Angaben zum ersten Mal einen Atomwaffentest unternommen. Der unterirdische Test sei erfolgreich und sicher gewesen, meldeten die offiziellen Medien des Landes am Montag. Es habe nicht die Gefahr bestanden, dass Radioaktivität ausgetreten sei, berichtete die offizielle Nachrichtenagentur KCNA. Der Atomtest sei ein historisches Ereignis. Japan und die USA bestätigten die Nachrichten zunächst nicht.
Nach Angaben des südkoreanischen Verteidigungsministeriums wurde eine Atombombe ersten Informationen zufolge in einem abgelegenen Teil im Nordosten des Nachbarlandes um 10.36 Uhr Ortszeit gezündet. Weiteren Angaben der Regierung in Seoul zufolge wurden in der betreffenden Gegend in Nordkorea Erderschütterungen von der Stärke 3,5 bis 3,7 wahrgenommen. Die Geologen in den USA notierten hingegen keine seismische Aktivität auf der koreanischen Halbinsel innerhalb der vergangenen 48 Stunden, wie ein Vertreter der geologischen Behörde USGS mitteilte. Der südkoreanische Präsident Roh Moo Hyun berief in Seoul eine Dringlichkeitssitzung der zuständigen Minister ein.
Nach Bekanntwerden der Nachricht sackten die südkoreanische Währung Won und der japanische Yen zunächst ab. Der Dollar stieg zwischenzeitlich auf 119,15 Yen und damit auf ein Sieben-Monate-Hoch zum Yen.
Nordkorea hatte in der vergangenen Woche angekündigt, zur Abschreckung gegen einen Angriff der USA eine Atomwaffe zu testen. Durch Sanktionen und Druck der USA sei das Land zu diesem Schritt gezwungen. Die Ankündigung hatte weltweit Besorgnis ausgelöst und die Spannungen in der ohnehin konfliktreichen Region dadurch erheblich verschärft. Der Weltsicherheitsrat hatte Nordkorea vor einem Atomtest gewarnt und indirekt Sanktionen angekündigt. Nordkorea hatte bereits im vergangenen Jahr erklärt, über eigene Atomwaffen zu verfügen, bisher jedoch noch keinen entsprechenden Test ausgeführt, wodurch der Kernwaffenbesitz belegt würde.
Der Zeitpunkt des gemeldeten Atomtests fiel mit einem Besuch des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe in Seoul zusammen. Bei einem Besuch Abes in Peking am Vortag hatten Japan und China das Regime in Pjöngjang noch eindringlich vor einem Atomtest gewarnt. Beide Länder seien einer Meinung, dass ein nordkoreanischer Atomtest "inakzeptabel" sei, sagte Abe vor Journalisten in Peking.
n-tv.de
u4u|Wizz
Wenn das jetzt mal nicht zu einem Wettrüsten in Asien führt....
Wie ich gelesen hab, hat der japanische Ministerpräsident Abe schon angekündigt, die nationalen Waffensystem weiter zu entwickeln und auszuweiten. Und wenn die Japaner das tun, dann tun es auch schon bald die Chinesen. Die Südkoreaner ohnehin, aus Angst vor dem Nachbar im Norden.
Das wird was...
Flappo Fatzke
nachdem man die Bevölkerung von allen Einflüssen von aussen abschottet (kein Internet zb.), ihnen ständig erzählt das die Amis kurz davor sind einzumarschieren, freuen die sich da unten jetzt natürlich
Thurgood
Der Weltsicherheitsrat hat sich auf Sanktionen gegen Nordkorea wegen des mutmaßlichen Atomtests des Landes geeinigt. Die Resolution soll voraussichtlich bereits morgen beschlossen werden. Der UN-Botschafter der USA, John Bolton begrüßte die "einstimmige Übereinkunft" aller 15 Ratsmitglieder. An dem jetzt angenommenen Text könnten bis in die Nacht noch geringfügige Änderungen vorgenommen werden, sagte Bolton. Im Prinzip herrsche aber Klarheit über das Vorgehen gegen Nordkorea.
Handels- und Reisebeschränkungen vorgesehen
Um die Unterstützung Chinas und Russlands zu gewinnen, hatten die Amerikaner ihren Resolutionsentwurf ein weiteres Mal entschärft. Das neue Papier sieht weiter empfindliche Handels- und Reisebeschränkungen vor. Aber es beruft sich nicht mehr auf Kapitel 7 der UN-Charta, nach der die Sanktionen völkerrechtlich bindend sind und notfalls mit Gewalt durchgesetzt werden können. Zudem werden statt eines generellen Waffenembargos einzelne Kategorien von Waffen aufgeführt, die nicht mehr nach Nordkorea geliefert werden dürfen. Darüber hinaus sieht die Resolution künftig Inspektionen von Schiffs- und Luftfracht aus und nach Nordkorea vor.
Russland und China hatten die beiden ersten Resolutionsentwürfe der USA als zu scharf abgelehnt. Sie wollten nach eigenen Angaben Gegenreaktionen Nordkoreas vermeiden und den Weg für eine Verhandlungslösung offen halten.
Unabhängig von der Entscheidung des UN-Sicherheitsrats hat Japan bereits Sanktionen gegen Nordkorea verhängt. So dürfen nordkoreanische Schiffe von morgen an keine japanischen Häfen mehr anlaufen. Bereits seit gestern gilt in Japan ein Einreiseverbot für nordkoreanische Staatsbürger.
tagesschau.de
Thurgood
Nach einem bisher unbestätigten Agenturbericht hat der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Il bei Gesprächen mit chinesischen Diplomaten versichert, keine weiteren Atomtests zu planen. Zudem soll sich der Diktator für den Atomtest entschuldigt haben.
"Kim entschuldigte sich bei Peking, seinen angedrohten Nukleartest am 9. Oktober unternommen zu haben", berichtete am Freitag die auflagenstärkste südkoreanische Zeitung "Chosun Ilbo" unter Berufung auf einen chinesischen Informanten. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete zudem, der nordkoreanische Machthaber habe seinem chinesischen Gesprächspartner versichert, keine weiteren Tests unternehmen zu wollen. Kim habe jedoch zugleich seine Position noch einmal bekräftigt, erst bei Konzessionen durch die USA zu den internationalen Verhandlungen über ein Ende des nordkoreanischen Atomprogramms zurückkehren zu wollen.
Es sei gleich, ob die Verhandlungen bilateral mit den USA oder im Rahmen der festgefahrenen Sechs-Länder-Gespräche geführt würden, habe Kim dem chinesischen Staatskommissar Tang Jiaxuan in Pjöngjang mitgeteilt. Unter Berücksichtigung der Gespräche Tangs in Nordkorea wolle China zwischen Washington und Pjöngjang vermitteln, wurde der Informant zitiert. Nordkorea hatte wiederholt eine Wiederaufnahme der Sechser-Gespräche von der Aufhebung bestehender Finanzsanktionen der USA abhängig gemacht.
Rice nennt Atomtest Provokation
Der Weg zu einer Entspannung der Situation nach dem Atomwaffentest des kommunistischen Landes müsse über die Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Gespräche führen, sagte US-Außenministerin Condoleezza Rice am Freitag in Peking nach einem Gespräch mit ihrem chinesischen Kollegen Li Zhaoxing. An den seit fast einem Jahr auf Eis liegenden Gesprächen sind neben Nordkorea, China und den USA auch Südkorea, Japan und Russland beteiligt.
Bei dem Treffen mit Li sei es um die Umsetzung der als Reaktion auf den Atomtest verhängten Sanktionen der Vereinten Nationen gegen Nordkorea gegangen, sagte Rice. Diese müssten vollständig durchgesetzt werden, um sicherzustellen, dass Nordkorea nicht mit gefährlichen Materialien handle. Den Atomwaffentest Nordkoreas nannte sie eine Provokation. Li forderte alle Seiten zur Besonnenheit in dem Konflikt auf.
ftd.de