Thurgood
Bescheidener «Bankier der Armen»
Als bescheidener «Bankier der Armen» aus Bangladesch hat sich Muhammad Yunus einen Namen gemacht. Neben vielen Menschen in seiner Heimat, denen Yunus ein menschenwürdiges Leben ermöglicht, gehören auch Prominente zu seinen Bewunderern.
1940 wurde Yunus in Chittagong, dem Handelzentrum Bangladeschs, als Sohn eines Goldschmiedes geboren. Der Vater ermöglichte dem Sohn eine gute Ausbildung. Die Mutter aber war es, die ihn besonders beeinflusste. «Mutter half jedem Armen, der an unsere Tür klopfte», sagte Yunus.
Er bekam ein Fulbright-Stipendium in den USA, nach Abschluss des Studiums wurde er mit nur 33 Jahren Wirtschaftsprofessor an der Universität von Chittagong.
Armut vor der Haustür
Doch vor der immer schlimmeren Armut in seiner gerade unabhängig gewordenen Heimat konnte Yunus nicht die Augen verschliessen. «Während Menschen auf den Strassen vor Hunger starben, lehrte ich elegante Wirtschaftstheorien», sagte er in einem Interview vor einigen Jahren.
«Ich begann, mich für die Arroganz zu hassen, vorzugeben, ich hätte Antworten. Wir Universitätsprofessoren waren alle so intelligent, aber wir wussten absolut nichts über die Armut um uns herum.» Yunus beschloss: Die Armen sollten seine Lehrer sein.
Wandel in den 70ern
Mitte der 70er Jahre reiste Yunus mit Studenten mehrmals in ein verarmtes Dorf, wo Wucherzinsen privater Kredithaie den Aufstieg der Armen verhinderten.
«Ihre Armut war kein persönliches Problem wegen Faulheit oder Mangel an Intelligenz, sondern ein strukturelles: Mangel an Kapital», sagte Yunus. Die Idee seiner Bank mit ihren Kleinkrediten zu fairen Konditionen war geboren. Für sein Konzept wurde Yunus ausgelacht. Bankiers hielten die Armen für nicht kreditwürdig.
In einem ersten Experiment lieh er einer Gruppe von Korbflechterinnen umgerechnet rund 34 Franken, damit sie ihr Gewerbe ausbauen können. Damit war der Anfang der Grameen Bank gemacht.
Seit 1983 lizenziert
1983 bekam seine «Dorf-Bank» die Lizenz. Bis Mitte vergangenen Jahres hatte die Grameen-Bank mehr als 4 Milliarden Euro (6,4 Milliarden Franken) an die Armen verliehen. Die Spötter sind längst verstummt: 99 Prozent der Kredite werden zurückgezahlt.
In mehr als 60 Entwicklungsländern hat Yunus' Konzept inzwischen Nachahmer gefunden. «Ich lade jeden ein, meine Idee zu klauen. Es ist eine tolle Idee», sagte der Ex-Professor im vergangenen Jahr in einem ARD-Radiointerview.
Quelle
Als bescheidener «Bankier der Armen» aus Bangladesch hat sich Muhammad Yunus einen Namen gemacht. Neben vielen Menschen in seiner Heimat, denen Yunus ein menschenwürdiges Leben ermöglicht, gehören auch Prominente zu seinen Bewunderern.
1940 wurde Yunus in Chittagong, dem Handelzentrum Bangladeschs, als Sohn eines Goldschmiedes geboren. Der Vater ermöglichte dem Sohn eine gute Ausbildung. Die Mutter aber war es, die ihn besonders beeinflusste. «Mutter half jedem Armen, der an unsere Tür klopfte», sagte Yunus.
Er bekam ein Fulbright-Stipendium in den USA, nach Abschluss des Studiums wurde er mit nur 33 Jahren Wirtschaftsprofessor an der Universität von Chittagong.
Armut vor der Haustür
Doch vor der immer schlimmeren Armut in seiner gerade unabhängig gewordenen Heimat konnte Yunus nicht die Augen verschliessen. «Während Menschen auf den Strassen vor Hunger starben, lehrte ich elegante Wirtschaftstheorien», sagte er in einem Interview vor einigen Jahren.
«Ich begann, mich für die Arroganz zu hassen, vorzugeben, ich hätte Antworten. Wir Universitätsprofessoren waren alle so intelligent, aber wir wussten absolut nichts über die Armut um uns herum.» Yunus beschloss: Die Armen sollten seine Lehrer sein.
Wandel in den 70ern
Mitte der 70er Jahre reiste Yunus mit Studenten mehrmals in ein verarmtes Dorf, wo Wucherzinsen privater Kredithaie den Aufstieg der Armen verhinderten.
«Ihre Armut war kein persönliches Problem wegen Faulheit oder Mangel an Intelligenz, sondern ein strukturelles: Mangel an Kapital», sagte Yunus. Die Idee seiner Bank mit ihren Kleinkrediten zu fairen Konditionen war geboren. Für sein Konzept wurde Yunus ausgelacht. Bankiers hielten die Armen für nicht kreditwürdig.
In einem ersten Experiment lieh er einer Gruppe von Korbflechterinnen umgerechnet rund 34 Franken, damit sie ihr Gewerbe ausbauen können. Damit war der Anfang der Grameen Bank gemacht.
Seit 1983 lizenziert
1983 bekam seine «Dorf-Bank» die Lizenz. Bis Mitte vergangenen Jahres hatte die Grameen-Bank mehr als 4 Milliarden Euro (6,4 Milliarden Franken) an die Armen verliehen. Die Spötter sind längst verstummt: 99 Prozent der Kredite werden zurückgezahlt.
In mehr als 60 Entwicklungsländern hat Yunus' Konzept inzwischen Nachahmer gefunden. «Ich lade jeden ein, meine Idee zu klauen. Es ist eine tolle Idee», sagte der Ex-Professor im vergangenen Jahr in einem ARD-Radiointerview.
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