Welthunger-Index vorgestellt: Burundi Schlusslicht

Thurgood


Afrika und Südasien sind weiterhin am stärksten von Hunger betroffen. Zu diesem Ergebnis kommt der Welthunger-Index, den die Welthungerhilfe und das Internationale Forschungsinstitut für Ernährungspolitik erstellt haben. Am dramatischsten ist die Situation danach in zehn afrikanischen Ländern südlich der Sahara. In Asien ist Unterernährung in Kambodscha, Tadschikistan und Bangladesch am weitesten verbreitet.

Situation in Afrika zum Teil deutlich verschlechtert

Schlusslicht ist das zentralafrikanische Land Burundi, in dem sich die Situation in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert hat. Es folgen Eritrea, die Demokratische Republik Kongo, Äthiopien und Sierra Leone. Alle diese Länder waren in den vergangenen zwei Jahrzehnten von Kriegen oder gewalttätigen Auseinandersetzungen betroffen. Doch gibt es auch Erfolge in Afrika zu verzeichnen. In Ghana fiel der Anteil der Unterernährten beispielsweise in den vergangenen zwei Jahrzehnten von 61 auf 13 Prozent.

In Asien hat sich die Situation weitaus deutlicher verbessert als in Afrika. Kambodscha, Bangladesch und Nepal standen 1981 noch ganz am Ende des Welthunger-Index. Inzwischen ist die Lage in diesen Ländern wie auch in Indien und China erheblich besser. Für den Welthunger-Index wurde die Entwicklung in 119 Ländern zwischen 1981 und 2003 verglichen. Er basiert auf drei gleichwertigen Indikatoren, die miteinander kombiniert werden: Dem Anteil der Unterernährten in der Bevölkerung, dem Anteil der Kinder unter fünf Jahren mit Untergewicht und der Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren.

Hunger gerade in ländlichen Gebieten weit verbreitet

Die Welthungerhilfe forderte stärkere Investitionen in Landwirtschaft, Gesundheit und Bildung, um den Hunger zu bekämpfen. "Das gilt erst recht für Länder, die unter schweren Krisen und Kriegen gelitten haben", erklärte die Vorsitzende Ingeborg Schäuble. Auch das Bundesagrarministerium sprach sich für mehr Investitionen in die Landwirtschaft aus. 70 Prozent der weltweit 850 Millionen von Hunger bedrohten Menschen lebten in ländlichen Gebieten, in denen die Landwirtschaft sie entweder direkt oder indirekt ernähren sollte, hieß es in einer Erklärung. Dennoch gingen die Investitionen in die Landwirtschaft in den letzten Jahren in vielen Ländern zurück. "Angesichts der Vorgaben des Welternährungsgipfels müssen wir diesen Trend umkehren", sagte Staatssekretär Gerd Müller.

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