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Der türkische Medienkonzern Dogan will ProSiebenSat.1 übernehmen und hat bestätigt, ins Rennen um die Münchner Sendergruppe zu gehen. Über diesen Umweg könnte auch Springer noch zum Zuge kommen - erst vergangene Woche kaufte sich der Medienkonzern bei einer Dogan TV-Tochter ein. Im Frühjahr war Springer mit seinen Übernahmeplänen am Widerstand der Kartellbehörden gescheitert. Zu Dogans Imperium zählen in der Türkei bereits drei Fernsehkanäle.
Der Aufstieg des 70-jährigen Aydin Dogan begann im Jahr 1979. Da erwarb der heutige Medienmogul, der aus der Kleinstatdt Kelkit südlich von Trabzon stammt, die 1950 gegründete liberale Tageszeitung "Milliyet". Seitdem kommt man in der Türkei, wenn von Medien die Rede ist, an seinem Namen nicht mehr vorbei.
Die Dogan-Holding ist heute der mit Abstand größte Medien-Konzern am Bosporus. Knapp 1,3 Milliarden Dollar betrug ihr Umsatz im vergangenen Jahr, dreimal mehr als im Jahr 2001. Im gleichen Zeitraum erhöhte sich der Gewinn vor Steuern um ein Achtfaches auf 153 Millionen Dollar. Dogans Anteil am 1,6 Milliarden Dollar umfassenden türkischen Werbeaufkommen wird auf knapp 39 Prozent geschätzt.
Print ist das Kerngeschäft
Das Kerngeschäft im Hause Dogan macht der Printbereich aus. Die Holding gibt acht nationale Zeitungen heraus, unter ihnen mit dem 1995 gegründeten Boulevardblatt "Posta" und der konservativen "Hürriyet" die beiden meistverkauften des Landes. Ihre Auflage beträgt jeweils etwa eine halbe Million. Hinzu kommen unter anderem die bereits erwähnte "Milliyet", das linksliberale Qualitätsblatt "Radikal" und die englisch-sprachige "Turkish Daily News".
Großdruckerei in Deutschland
Dogan ist auch Besitzer einer Großdruckerei in Mörfelden-Walldorf bei Frankfurt, wo neben der Deutschland-Ausgabe von "Hürriyet" und "Milliyet" auch einige deutsche Zeitungen gedruckt werden.
Auch bei den Zeitschriften mischt Dogan mit. Hier sticht vor allem seine seit 1997 bestehende Kooperation mit dem Medienunternehmen Burda hervor - Eigentümer Hubert Burda sitzt auch im Verwaltungsrat der Dogan-Holding.
Größter Werbeträger Fernsehen
Wichtigstes Medium und größter Werbeträger für Dogan ist das Fernsehen. Drei Kanäle nennt er sein Eigentum. Dazu gehört der mit 14 Prozent Zuschaueranteil der zweitgrößte Fernsehsender des Landes, "Kanal D", ein populäres Programm mit Shows, Nachrichten und einheimischen Unterhaltungsserien. Außerdem Star TV, ein reiner Unterhaltungskanal mit einem Zuschaueranteil von zehn Prozent. Und der nationale Nachrichtensender CNN-Türk - betrieben als gemeinsames Projekt mit dem US-Konzern Time Warner, in dessen Verwaltungsrat auch Springer-Chef Matthias Döpfner sitzt.
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