Aids breitet sich weiter aus

Thurgood


Etwa 49.000 Menschen sind in Deutschland zurzeit mit dem HI-Virus infiziert, 6000 von ihnen sind an Aids erkrankt. Immer noch stecken sich jedes Jahr 2500 Menschen hierzulande neu an, trotz aller Aufklärungsarbeit. 600 bis 700 Aids-Kranke sterben jährlich an der Krankheit, seit den Achtzigerjahren starben allein in Deutschland 26.000 Menschen an Aids. Diese Zahlen teilte die deutsche Aidsstiftung anlässlich der Vorstellung des UN-Weltaidsberichts Unaids 2006 mit.

Zahl der Neuansteckungen deutlich gestiegen

Vor allem bei homesexuellen Männern habe sich die Zahl der Neuansteckungen von 2001 bis 2005 wieder mehr als verdoppelt, sagte Ulrich Heide, Vorstand der Stiftung. Problematisch sei auch die Situation bei Migranten. Allein in den vergangenen 18 Monaten hätten Betroffene aus 112 Herkunftsländern, die in Deutschland leben, bei der Aidsstiftung um Hilfe gebeten. Zurzeit stagniere die Zahl der Neuinfektionen auf dem hohen Niveau der vergangenen beiden Jahre. Im ersten Halbjahr 2006 seine 1197 neue Fälle gemeldet worden, erklärte Heide.

Bundesregierung stockt Mittel auf 400 Millionen Euro auf

Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul kündigte an, die Bundesregierung werde das Thema Aids auch international auf die Tagesordnung setzen. Beim G-8-Gipfel in Heiligendamm im kommenden Jahr wolle Berlin seine Partnerländer auf konkrete Ziele verpflichten, sagte Wieczorek-Zeul. Dazu zähle der umfassende Zugang zu Prävention, Behandlung und Pflege bis 2010. Außerdem werde die Bundesregierung die Mittel im Kampf gegen Aids von 300 Millionen Euro in diesem Jahr auf 400 Millionen 2007 erhöhen.

Weltweit 39,5 Millionen Infizierte

Weltweit am stärksten betroffen von der Immunschwächekrankheit ist nach wie vor Afrika südlich der Sahara. Mit 24,7 Millionen leben dort zwei Drittel aller 39,5 Millionen HIV-positiven Menschen. Insgesamt starben nach UN-Angaben 2006 rund 2,9 Millionen Menschen an Aids oder an durch Aids hervorgerufene Krankheiten. Besonders Besorgnis erregend ist dem Bericht zufolge auch die Entwicklung in Ost- und Zentralasien sowie Osteuropa. Insgesamt schätzt Unaids die Zahl der HIV-Infizierten in Asien auf 8,6 Millionen, davon steckten sich fast eine Million in diesem Jahr neu an. Besonders betroffen sind dem Bericht zufolge Frauen; inzwischen sind weltweit rund 17,7 Millionen Frauen mit dem Virus infiziert.

Noch vor zehn Jahren habe die Quote der infizierten Frauen bei zwölf Prozent gelegen, sagte Wieczorek-Zeul. Sie kündigte an, die Bundesregierung werde in ihrem Kampf gegen Aids ein besonderes Augenmerk auf den Schutz von Frauen und Mädchen richten. Dazu gehöre auch die Förderung der Forschung an Mikrobiziden, mit denen sich Frauen eigenständig schützen könnten.

tagesschau.de