Leichtsinn und Brutalität: Jahreswechsel mit Toten

Thurgood
Alkohol, Leichtsinn, Brutalität und Randale haben weltweit zum Jahreswechsel zu vielen Unfällen mit Toten und Verletzten sowie Millionenschäden geführt. In Offenbach gab ein Unbekannter während des Silvesterfeuerwerks vor einem Lokal mehrere Pistolenschüsse in eine Menschenmenge ab. Zwei Männer im Alter von 58 und 59 Jahren sowie eine 39-jährige Frau wurden nach Polizeiangaben verletzt. Nach dem Silvesterfest des Schützenvereins in Fresendorf (Kreis Bad Doberan) verunglückten zwei Teilnehmer unabhängig von einander tödlich mit ihren Autos. Einer von ihnen hatte einen Atemalkoholgehalt von 1,55 Promille.

Die Explosion einer selbst gebastelten Rohrbombe tötete im oberbayerischen Wonneberg (Landkreis Traunstein) einen 23-Jährigen. Im mittelfränkischen Roth starb ein 40 Jahre alter Mann, als er nach Polizeiangaben versuchte, Gas in eine Plastiktüte zu füllen und das Ganze explodierte. Ein Sechsjähriger erlitt schwere Verletzungen, als sich eine fehlgeleitete Feuerwerksrakete in seiner Jacke verhakte. Mit schweren Verbrennungen am Kopf und Oberkörper wurde er in eine Spezialklinik nach Hannover gebracht. Im Kanton Aargau in der Schweiz starb ein 27-jähriger Mann: Er hatte sich über Feuerwerkskörper gebeugt, um sie beim Entzünden vor Wind zu schützen. Sie explodierten und zerfetzten sein Gesicht.

In Berlin hatte die Feuerwehr in der Silvesternacht mehr zu tun als im Vorjahr. Sie rückte 1774 Mal aus -472 Mal mehr als 2005/06. Auch die Zahl der Verletzten schnellte nach oben. Die Polizei registrierte etwa 100 überwiegend Leichtverletzte, im Vorjahr waren es 64. Die Zahl der Schlägereien stieg um ein Drittel auf mehr als 320. In der Nacht mussten die Beamten mehr als 2200 Mal ausrücken. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) half auf der Festmeile mehr als 400 Mal, meist wegen Trunkenheit, Schwächeanfällen oder leichten Verletzungen durch Feuerwerkskörper. Für 70 Besucher endete die Feier im Krankenhaus.

Hinzu kamen in Berlin zwei schwere S-Bahn-Unfälle: Erst wurden zwei Jugendliche von einem Zug erfasst und schwer verletzt. Nach rund einer Stunde fuhr der Zug weiter. Im nächsten Bahnhof überfuhr dieselbe Bahn mit neuem Fahrer einen 17-Jährigen, der auf den Gleisen lief. Der junge Mann war sofort tot.

Bei Auseinandersetzungen mit gewalttätigen Jugendlichen wurden in Leipzig zehn Polizisten verletzt. Rund 150 bis 200 junge Menschen warfen laut Polizei mit Steinen und Flaschen und beschossen die Beamten mit Silvesterraketen. 13 Randalierer wurden festgenommen. In Dresden zogen rund 100 Schläger durch ein Kneipenviertel, acht von ihnen kamen laut Polizei in Gewahrsam. Mehr als 100 Polizisten waren im Einsatz.

Vermutlich eine Silvesterrakete setzte ein Fachwerkhaus aus dem 17. Jahrhundert in der Gemeinde Vechelde bei Braunschweig in Flammen; es wurde erheblich beschädigt. Aus bislang ungeklärter Ursache brannten im bayerischen Riedenburg zwei landwirtschaftliche Maschinen-und Lagerhallen nieder: Sachschaden rund eine Million Euro.

Bei einem Hausbrand in Langenselbold (Hessen) kam eine Frau ums Leben, mehrere Menschen wurden schwer verletzt. Laut Polizei in Offenbach rannte ein Mann ins brennende Haus zurück, um im Dachgeschoss die Frau zu retten. Für sie kam aber jede Hilfe zu spät, der Mann wurde bei der Aktion schwer verletzt. Auch in Gnadau/Schönebeck (Sachsen-Anhalt) geriet ein Einfamilienhaus in Brand; eine Frau starb, zwei Menschen wurden schwer verletzt.

Randale auch in Frankreich: Wie schon in den vergangenen Jahren steckten junge Randalierer in der Neujahrsnacht Hunderte von Autos in Brand. Die Polizei meldete 258Festnahmen. Größere Zwischenfälle wie Straßenkämpfe mit der Polizei habe es aber nicht gegeben. In Japan bezahlte ein Mann seinen Wunsch, nach altem Brauch den ersten Sonnenaufgang des neuen Jahres auf einem Berg zu erblicken, mit dem Tod. Wie das japanische Fernsehen berichtete, war der Mann an den Hängen des heiligen Berges Fuji abgerutscht und in den Tod gestürzt.

n-tv.de
Shu
Alleine was man in so einem idyllischen Dörfchen wie hier mitbekommt läßt einem die Nackenhaare zu Berge stehen.

Letztes Jahr war ich zu Fuß durch das Nachbardorf unterwegs... so um 21 oder 22 Uhr und das war die Hölle. Keine Ahnung mehr oft wirklich sehr knapp neben mir Feuerwerkskörper hochgingen. Mit einer Schreckschuss wurd auf mich geballert (was nur laut war, der Abstand war eigentlich okay) wobei ich eine Abneigung dagegen habe wenn einer auf mich zielt, egal mit was. Da wurden Böller von besoffenen Kids aus dem 3. Stock eines Hauses, über die Schulter auf die Straße geworfen, wo ich gerade lief, da wurden hinter Häuserecken, in Einfahrten Böller gezündet und ohne zu schauen ob da wer kommt auf die Straße geworfen. Vielleicht 2 Meter neben meine Beine. Und das in diesem Fall von einem circa 35-jährigen Familienvater. Wie oft hat man denn schon gehört, dass Leute in Menschenmengen Böller zünden? Jedes Jahr. Ich finds bescheuert und mir gibts schon zu denken, wie unglaublich fahrläßig mindestens geschätzte 40% der Hobby-Pyrotechniker mit ihren Böllern und Raketen umgehen.

An Silvester an einen öffentlichen Platz? Ich? Nö. Sicherlich nicht. In meine eigenen 4 Wände, und um 12 kurz das Fenster aufmachen und fertig. Im Vorfeld wurd eich ausgelacht als ich sagte, dass ich nicht an öffentliche Plätze will, weil es mir zu gefährlich ist. Evtl ist das Risiko beim Autofahren verletzt zu werden größer, aber es ist einfach ein weiteres ein zusätzliches Risiko und ein imo noch unberechenbareres.

Die absoluten Horrornachrichten, wenn ihr meine Meinung hören wollt. Wenn nur ein paar Leute mehr über einen gesunden Menschenverstand verfügen würden, wären die News höchstens halb so lang ausgefallen. Und das wäre noch lange genug.

Überhaupt was für so bescheuerte Böller und für Raketen, die ja doch nicht wirklich was können, bezahlt wird, echt übel. Ich würde zustimmen, wenn einer beschließen würde, dass die Teile nicht mehr verkauft werden und als verbotene Gegenstände eingestuft würden.

Silvester ohne Feuerwerk? Klar, wäre auch doof. Aber ein paar Zentrale Feuerwerke, schöne professionelle unter Aufsicht von wirklchen Pyrotechnikern, das wäre mit 100 % ig lieber.

Grüße
Shu
u4u|Wizz
Das mit den öffentlichen Plätzen sehe ich genauso.

Vor 3 Jahren habe ich auf dem Wallberg (die Pforzheimer kennen ihn) Silvester gefeiert, was dort irgendwelche besoffenen Jugendlichen abgezogen haben, das war unter aller Sau. Einige waren kurz vorm Ausrasten. Kein Wunder gibts Schlägereien. Wenn man auch nach mehrfachem Ermahnen hin immer noch Böller, Raketen etc. abbekommt, dann ist das ja noch "normal".

Mein Silvester sieht nur noch so aus, dass ich mit ein paar Kollegen vor nem Laden steh, Anstoßen, Feuerwerk bissle gucken und drin wieder weiterfeiern.

Ich mein, das Feuerwerk is im Endeffekt ja auch immer das gleiche. Wenn mans einmal gesehen hat, brauch mans ja nicht jedes Jahr sehen.
Shu
Zitat:
Original von u4u|Wizz
Ich mein, das Feuerwerk is im Endeffekt ja auch immer das gleiche. Wenn mans einmal gesehen hat, brauch mans ja nicht jedes Jahr sehen.


Und sind wir mal ehrlich: was besonderes ist es einfach nicht. Beim Seenachtsfest, das nenne ich eine Feuerwerk, wenn man das mal gesehen hat kann man wirklich die Vorhänge zuziehen.

Merkwürdig dieses Jahr: bei mir in der Nachbarschaft böllert es immernoch... MÜDE
u4u|Wizz
Zitat:
Original von Shu

Merkwürdig dieses Jahr: bei mir in der Nachbarschaft böllert es immernoch... MÜDE


Wahrscheinlich schon kurz nach 12 so voll gewesen, dass sie gar nicht alles verballern konnten. Wird jetzt nachgeholt.