Fußballskandal in Polen

Thurgood
Nun hat auch Polen seinen Fußballskandal: 64 Spieler, Trainer und Fußball-Offizielle wurden in Untersuchungshaft genommen. Sie stehen unter dem Verdacht, Spiele manipuliert zu haben. Nun hofft der polnische Fußballverband auf die Gnade der Fifa - möglicherweise zu recht.

Als die polnische Polizei Wit {elazko, einen der prominentesten Fußball-Verbands-Funktionäre des Landes, in Handschellen abführte, dürfte auch dem letzten Fan das ganze Ausmaß des Korruptionsskandals in der polnischen Verbandsliga klar geworden sein.

Wit {elazko, Schiedsrichter-Obmann des Landes, hatte offenbar munter Spiele verschoben. Er entschied über die Referees und damit über das gewünschte Ergebnis. Und Wit {elazko ist nur einer von inzwischen 64 Spielern, Trainern oder Fußball-Offiziellen, die von der Staatsanwaltschaft in Untersuchungshaft genommen wurden. Italien lässt grüßen.

Keine Teilnahme an internationalen Wettbewerben?

Polens Regierungschef JarosBaw KaczyDski zog nun die Notbremse, er ließ die Fußball-Verbandsspitze um Präsident MichaB Listkiewicz entmachten und bis zu den Neuwahlen durch einen staatlichen Verwalter ersetzen: "Das müssen wir in Ordnung bringen, und auch wenn wir dafür einen hohen Preis zahlen müssten, so ist es das wert. Wir werden weder im Sport noch in anderen Bereichen Erfolge haben, wenn es nicht gelingt, die krankhaften Mechanismen der Korruption zu beschränken."

Der Preis, von dem Kaczynski sprach, könnte im Ausschluss der polnischen Teams aus allen internationalen Wettbewerben bestehen. Sowohl der europäische Dachverband Uefa als auch die Weltfußballorganisation Fifa haben bereits entsprechende Konsequenzen für den polnischen Fußball angedroht, betätigt der Sportjournalist PaweB Zarzeczny: "Die Fifa muss ihre Angestellten verteidigen, da geht es um den Grundsatz der Unabhängigkeit des Sports. Aber keine Organisation wird so dumm sein, diese Leute wirklich bis zur letzten Patrone zu verteidigen."

Regierung musste handeln

64 Verhaftungen, ellenlange Listen mit nachgewiesenen Schmiergeldzahlungen und verschobenen Spielen sowie natürlich Millionen betrogener Fans - da musste die polnische Regierung handeln. Sportminister Tomasz Lipiec sieht den Fußball-Weltverband in einem Glaubwürdigkeitskonflikt: "Die Fifa und die Uefa erklären seit vielen Jahren, sie stünden im Kampf gegen die Korruption. Wenn man dieser Erklärung Glauben schenken will, müsste die Reaktion der Fifa angesichts unserer Beweise anders ausfallen."

Vielleicht darf der polnische Fußballverband doch auf ungewohnte Gnade des Weltverbandes hoffen. Hinter vorgehaltener Hand wird nämlich kolportiert, Polen werde bei den Präsidentschaftswahlen der Uefa Michel Platini und damit den heimlichen Favoriten von Fifa-Chef Josef Blatter unterstützen. Vielleicht wurden die polnischen Mannschaften deshalb noch nicht suspendiert.

tagesschau.de
bonnain
und wo ist da der skandal
also ich denke so ne meldung dürfte niemanden überraschen