Bundestagswahl 2009

Apenhuil
Die Wahl zum 17. Deutschen Bundestag findet am 27. September 2009 statt. Durch eine Auflösung des Bundestages nach Art. 63 des Grundgesetzes (im Falle des vorzeitigen Amtsverlustes der Bundeskanzlerin und des Scheiterns der nachfolgenden Bundeskanzlerwahl) oder nach Art. 68 (im Falle der vorzeitigen Auflösung des Bundestages nach einer verlorenen Vertrauensfrage der Bundeskanzlerin) könnte die Wahl vorgezogen werden.

Termin

Der Bundespräsident bestimmte am 4. Januar 2009 den 27. September 2009 als Wahltag.[1] Am 4. September 2008 hatte das Bundesinnenministerium nach Absprache mit den Ländern bekanntgegeben, dass es diesen Termin vorschlagen werde[2]; das Bundeskabinett hatte am 10. Dezember 2008 zugestimmt[3].

Verfassungsrechtlich ist vorgesehen, dass der Wahltag vom Bundespräsidenten festgelegt wird. Er entscheidet dies in der Regel im Einvernehmen mit der Bundesregierung und den Landesregierungen. Nach Art. 39 des Grundgesetzes findet die Bundestagswahl frühestens 46, spätestens 48 Monate nach dem Zusammentritt des vorhergehenden Deutschen Bundestages statt. Der 16. Deutsche Bundestag trat am 18. Oktober 2005 zusammen, der mögliche Zeitraum der Wahl war demzufolge die Zeit zwischen dem 18. August und dem 18. Oktober 2009.

Da der Wahltag ein Sonn- oder Feiertag sein muss (§ 16 Bundeswahlgesetz), konnte die Wahl zum nächsten Deutschen Bundestag am 23., 30. August, 6., 13., 20., 27. September, 3. (Tag der Deutschen Einheit), 4., 11. oder 18. Oktober 2009 stattfinden. Die zusätzliche Überlegung, dass Wahltermine nicht mit den Hauptferienzeiten kollidieren sollen, führte schließlich zu der getroffenen Entscheidung.

Zusammensetzung

Der 17. Deutsche Bundestag wird – vorbehaltlich eventueller Abweichungen durch das geltende Bundeswahlgesetz (bspw. Überhangmandate, Listenerschöpfung) oder durch noch mögliche Wahlgesetzänderungen aufgrund des Urteils des Bundesverfassungsgerichts vom 3. Juli 2008 zum negativen Stimmgewicht – aus 598 Abgeordneten bestehen.

Änderung der Wahlkreiseinteilung

Mit Gesetz vom 17. März 2008 wurden 31 Wahlkreise neu abgegrenzt. Während die Länder Sachsen-Anhalt und Sachsen jeweils einen Wahlkreis verlieren, gewinnen Niedersachsen und Baden-Württemberg je einen dazu.[4]


Personalentscheidungen der Parteien

Als erste Partei hat sich die SPD offiziell auf einen Spitzenkandidaten festgelegt: Am 7. September 2008 nominierte der Parteivorstand Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier als Kanzlerkandidaten. Dieser wurde auf dem Sonderparteitag der SPD am 18. Oktober 2008 in Berlin von der Partei offiziell als Kanzlerkandidat bestätigt.[5]

Es wird davon ausgegangen, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel erneut als Kanzlerkandidatin der CDU/CSU antreten wird, auch gilt es als sicher, dass FDP-Chef Guido Westerwelle erneut als Spitzenkandidat antritt.

Bei Bündnis 90/Die Grünen wurden Fraktionschefin Renate Künast und ihr Stellvertreter Jürgen Trittin am 16. November 2008 als Führungsspitze für den Wahlkampf nominiert.

Bei der Linken hat Parteichef Lothar Bisky 2005 erklärt, 2009 nicht noch einmal für den Bundestag zu kandidieren. Es gilt als wahrscheinlich, dass sein Co-Vorsitzender Oskar Lafontaine die Linkspartei in den Wahlkampf führen wird.
u4u|Wizz
im moment bin ich ein wenig politikverdrossen. lese zwar viel aktuelle nachrichten, hab aber soviel um die ohren, dass ich mich da noch nicht näher mit beschäftigt habe.

wählen werde ich sicher gehen, aber dazu werde ich kurz vorher nochmal die meldungen revue passieren lassen und mir die programme genauer ansehen.
Apenhuil
Für einige durch die vielen Wahltermine eh zu durcheinander, Europawahl, Kommunalwahl und Bundestagswahl, alles an einem Tag wäre eine runde Sache gewesen.
Krone
Zitat:
Original von Apenhuil
Für einige durch die vielen Wahltermine eh zu durcheinander, Europawahl, Kommunalwahl und Bundestagswahl, alles an einem Tag wäre eine runde Sache gewesen.


Und vor allen Dingen bei weitem billiger für die Steuerzahler!

Wenn ich wähle tut nichts zur Sache. ZWINKER
Thurgood
SPD-Fraktionschef Peter Struck sieht gute Aussichten für die Bildung einer Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP nach der Bundestagswahl. "In wichtigen Politikfeldern wie der Innen-, der Rechts- sowie der Außen- und Sicherheitspolitik gibt es für die SPD größere Gemeinsamkeiten mit der FDP als mit CDU und CSU", sagte Struck der "Bild am Sonntag".

Zwar gebe es unterschiedliche Vorstellungen in der Wirtschafts- und Finanzpolitik, räumte Struck ein. Für eine regierungsfähige Mehrheit müsse jedoch "jeder Koalitionspartner Kompromisse machen. Das würde auch für FDP und SPD gelten."

Auf den Hinweis, die FDP habe eine Ampel-Koalition ausgeschlossen, antwortete Struck, FDP-Chef Guido Westerwelle wolle nicht bis 2013 in der Opposition bleiben. Westerwelle werde "nach der Wahl auch zu einer Ampel-Koalition bereit sein, um regieren zu können", zeigte sich Struck überzeugt. Insgesamt 15 Jahre Opposition halte "Westerwelle nicht durch".

FDP hält sich bedeckt

Die FDP will indes bis kurz vor der Bundestagswahl im September ihre Koalitionsaussage offen halten. Der neu gewählte Bundesvorstand der Partei beschloss bei seiner konstituierenden Sitzung am Sonntag in Hannover, erst bei einem Sonderparteitag eine Woche vor der Wahl in Potsdam einen förmlichen Koalitionsbeschluss zu fassen. Bis dahin bleibt die Position der FDP, dass die Union der bevorzugte Koalitionspartner ist. Ein Ampel-Bündnis mit SPD und Grünen wird aber nicht ausgeschlossen.

Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Rainer Brüderle warf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der "Bild am Sonntag " vor, ein schwarz-gelbes Bündnis nach der Bundestagswahl zu gefährden. "Frau Merkel spielt mit dem Feuer. Mit ihrem Wackelkurs gefährdet die Union Schwarz-Gelb."

n-tv.de